Crossover-Fahrzeuge und kleine SUV sind gerade gross in Mode. Da will man auch bei Volvo nicht hinten anstehen und hat bereits vor Jahren vom Mittelklasseauto V40 eine Cross-Country-Version auf den Markt gebracht. Etwas Offroad-Beplankung, optisch angedeutete Unterfahr-Schützer und eine etwas vergrösserte Bodenfreiheit verleihen dem Volvo einen Abenteurer-Look. Aber: 4x4 gibts nur bei der Topmotorisierung T5 mit einem 213 PS leistenden Fünfzylinder-Turbobenziner. Unser Testwagen war mit einem Dieselmotor ausgestattet, ebenfalls ein Fünfzylinder mit 150 PS.

Mit diesem Triebwerk ist der Volvo hervorragend motorisiert. Das satte Drehmoment von 350 Nm steht bereits ab 1500 Umdrehungen zur Verfügung und ist an eine souverän agierende Sechsstufenautomatik gekoppelt. Klar, dass ein solches Triebwerk mit dem 437 cm langen Wagen wenig Mühe bekundet. Der Motor läuft leise und für einen Fünfzylinder sehr vibrationsarm. Und, er ist ausgesprochen sparsam. Volvo verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Dies hat der Wagen in unserem Test zwar nicht ganz geschafft, aber auch die gemessenen 5,7 Liter für 100 Kilometer sind für ein Fahrzeug dieser Klasse ein hochanständiger Wert. Zusammen mit dem 60 Liter fassenden Tank ergeben sich realistische Reichweiten jenseits der 1000 Kilometer. Ein guter Reisewagen also? Ja, zumindest für die zwei Personen auf den vorderen, gut konturierten und bequemen Sitzen.

Fahrer und Beifahrer haben viel Raum, sitzen wie gesagt sehr bequem und können sich am kühlen, nordischen Design des Innenraums erfreuen. Die Bedienung, insbesondere des Multimediasystems bedarf zwar einer kurzen Eingewöhnungszeit, hat man das System aber einmal begriffen, schätzt man die Bordsysteme sehr. Hinten wirds dann etwas enger, zwar ist die Beinfreiheit im Fond ausreichend, in Sachen Kopffreiheit besteht aber definitiv noch Potenzial. Und die kleinen Fensterflächen im Fond machen den Schweden etwas unübersichtlich. Auch der Kofferraum ist mit einem Volumen von 335 Litern nicht gerade üppig. Aber für den Wochenendtrip reichts allemal. Auch wenn der V40 Cross Country das «V» im Namen trägt – das steht bei Volvo traditionell für die Kombiversionen – ist er kein Lademeister. Aber er ist ein schickes Auto, welches natürlich in Sachen Sicherheitsausstattung kaum Wünsche offen lässt. Eine Ausstattung nota bene, die auch den Fussgängern zugutekommt.

Denn die V40-Baureihe ist das erste Automobil mit einem Airbag ausserhalb des Fahrgastraums. Bei einem Aufprall eines Fussgängers hebt sich beim V40 nicht nur die Fronthaube leicht in die Höhe, es «explodiert» auch ein mächtiger Luftsack, der weite Teile der Frontscheibe sowie die beiden A-Säulen abdeckt. Aber auch sonst ist der Volvo natürlich mit allen nur denkbaren Assistenz-Systemen vollgepackt, die man sich derzeit nur denken und wünschen kann.

Ansonsten ist der Volvo einfach ein ruhiger, souveräner und hübscher Begleiter. Einzig die Einflüsse auf die Lenkung beim Beschleunigen gefielen uns nicht so. Doch dies ist auch bei anderen Fahrzeugen mit ähnlich hohen Drehmomentwerten und Vorderradantrieb nicht viel besser. Und wenn man die Ausstattung, die Verarbeitung und den Fahrkomfort betrachtet, ist der Volvo V40 Cross Country auch nicht ausgesprochen teuer. Mit 150-Diesel-PS und Automatik kostet der Schwede mindestens 38’900 Franken. Wer Wert auf eine Lederausstattung und ein sehr gutes Navigations- und Multimediasystem legt, muss zwar etwas tiefer in die Tasche greifen, bleibt aber im Bereich der Konkurrenzmodelle. So gesehen ist der Schwede eine echte Alternative zu den Fahrzeugen aus deutscher Fertigung, zumal er sich bei Materialwahl und Verarbeitung überhaupt keine Schwächen erlaubt.