Sei es die «New York Times», der englische «Guardian», die deutschen Magazine «Spiegel» und «Stern»«Arab News» oder die «Sydney Morning Herald»: Medien auf der ganzen Welt berichten über das richtungsweisende Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Dienstag.

Für die Richter in Strassburg steht fest: Schwimmunterricht ist auch für Muslima Pflicht. Dies verletze die Religionsfreiheit nicht – zumal die Kinder Burkinis tragen dürften. Das Interesse an der Integration von Kindern und damit am Besuch sämtlicher Schulfächer sei höher zu gewichten als die privaten Interessen der Eltern, die eine Dispens aus religiösen Gründen wünschen.

Schwimmobligatorium: Das sagt Christoph Eymann, Vorsteher Erziehungsdepartement Basel-Stadt, zum Urteil des Europäischen Menschengerichtshofs.

(10.1.2017)

Strassburg gab der Schweiz Recht

«Wir fühlen uns vor allem darin bestätigt, dass unser Vorgehen richtig war», sagt der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Das Urteil betrifft den Fall einer in Basel wohnhaften Familie. Weil die Eltern sich weigerten, ihre Kinder in den Schwimmunterricht zu schicken, wurden sie 2010 vom Basler Erziehungsdepartement gebüsst. Die Strassburger Richter sind nun zum Schluss gekommen, dass die Schweizer Behörden die Religionsfreiheit der Betroffenen nicht verletzt haben.

Begrüsst wird das Urteil etwa von Cem Özdemir: «Im Idealfall mit den Eltern, im Konfliktfall gegen sie. Schwimmunterricht auch f. muslimische Mädchen!», kommentiert der Parteichef der deutschen Grünen via Twitter. Die Eltern haben nun drei Monate Zeit, um eine erneute Befassung des Gerichts zu verlangen. Das werde aber kaum der Fall sein, so deren Anwältin.