Am späten Freitagnachmittag war der ganze Verkehr rund um den Theaterplatz lahmgelegt. Die Basler Polizei musste das Gebiet beim Theaterplatz wegen eines Bombenalarms absperren. 

Die Polizei hat das Gebiet um den Tinguely-Brunnen grossräumig abgesperrt.

Die Polizei hat das Gebiet um den Tinguely-Brunnen grossräumig abgesperrt.

Ein Passant hatte kurz nach 16 Uhr einen verdächtigen schwarzen Kunstlederkoffer entdeckt. Der Koffer sei mit Drähten und Klebeband präpariert gewesen, wie die Basler Polizei am Freitag mitteilte. Deshalb hatte sie den dringenden Verdacht, dass es sich um einen Sprengkörper handelte.

Tinguely

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Ein Team von Sprengstoffspezialisten des Wissenschaftlichen Forschungsdienstes von Zürich, das durch die Basler Polizei alarmiert wurde, stand im Einsatz. Die Spezialisten versuchten mit einem Entschärfungs-Roboter, den Zünder der allfälligen Bombe mit Wasserdruck zur Detonation zu bringen, ohne dass der Sprengstoff mit explodiert.

Gegen 19.40 Uhr war ein Knall zu hören, wie Augenzeugen berichteten. Es habe sich dabei um den Wasserschuss des Roboters gehandelt, erklärt die Polizei. Nach 20 Uhr wurde die Strasse wieder freigegeben. 

Der Zünder konnte vom Koffer getrennt worden. Die Spurensicherung läuft noch. Die Einsatzkräfte klären ab, ob es sich um einen Sprengkörper oder bloss um eine Attrappe handelte.

Die Basler Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Schreckung der Bevölkerung und möglichen weiteren Delikten ein.

Während der Sperrung konnte kein Verkehr den Bereich zwischen Barfüsserplatz und Theaterplatz befahren. Nach dem Einsatz kam es noch zu Verspätungen im Tramverkehr.

Nach der Sperrung

Die Premiere des Stücks «Così fan tutte» inszeniert von Calixto Bieito im Theater Basel konnte trotz der Sperrung stattfinden. Der Beginn wurde aber nach hinten verschoben. Die Besucher mussten während der Sperrung via Bühneneingang eintreten.

Die Première war aber trotz der Aufregung ein voller Erfolg. Das Publikum spendete zum Schluss tosenden Applaus.

Bei den Première-Besuchern gingen Spekulationen um, dass die allfällige Bombe dem am Freitag im Stadtcasino auftretenden Stardirigenten Daniel Barenboim galt. Der israelisch-palästinensische Musiker setzt sich für Frieden im Nahen Osten ein. Der Beginn des Auftritts des Stardirigenten wurde ebenfalls nach hinten verschoben. (zam)