Carl-Stephan Matti nimmt es sportlich: «Das Wasser ist in allen Anlagen gleich nass», meint der Geschäftsführer des Laguna in Weil am Rhein zur zunehmenden Konkurrenz in seinem Business. Nach dem Aqua Basilea in Pratteln und dem Badeparadies in Titisee plant nun auch der Europa-Park einen Wasserpark (bz vom 9.8.). «Ich finde das gut, wäre aber enttäuscht, wenn es dort das gleiche Angebot wie bei uns gibt.»

Vorstellen kann sich das Matti allerdings kaum. «Wir spielen in einer anderen Liga. Unser Hauptkonkurrent ist das Sofa. Für uns stellt sich die Frage, wie wir die Leute dazu animieren, rauszugehen und zu uns zu kommen.» Im Europa-Park dürfte der Eintritt um die 40 Euro kosten, schätzt Matti. Ein Tagesaufenthalt im Laguna Badeland kostet demgegenüber am Wochenende 16 Euro.

Laguna war fast zwei Jahre zu

Fast zwei Jahre war das Laguna wegen aufwendiger Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten geschlossen. Mit 22.2 Millionen Euro lagen die Kosten um 40 Prozent höher als geplant und führten im Stadtparlament zu intensiven Diskussionen. Die Belastung der Stadt, der das Laguna hauptsächlich gehört, stieg von ursprünglich 3.75 Millionen Euro auf fast 10 Millionen Euro.

Für Kritik sorgte auch, dass die Stadt die Anlage vor allem für viele ausländische Gäste finanzieren muss. Tatsächlich kommen im Badeland mehr als die Hälfte der Besucher aus Frankreich und rund 15 Prozent aus der Schweiz, 35 Prozent aus Deutschland. In der Saunaanlage stammt fast jeder zweite aus der Schweiz, die Franzosen sind hier mit weniger als 10 Prozent kaum repräsentiert, der Rest sind Deutsche.

Matti ist allerdings überzeugt, dass das Laguna für Weil am Rhein eine Leuchtturmfunktion erfüllt, also Werbung macht für die Stadt. Zuzüger wären oft überrascht, was Weil alles zu bieten habe. Im Laguna gibt es unter anderem zwei über hundert Meter lange Riesenrutschen, ein Wellenbad und vier weitere Becken, mit einem Ganzjahresaussenbecken. Während das Badeland vor einem Jahr wieder auf ging, wurde die Saunaanlage nach vier Monaten Sanierungsarbeiten bereits im November 2012 wiedereröffnet. Hierfür überlegt Matti, die abgeschafften Vier-Stunden-Karten wieder einzuführen; derzeit kann man maximal drei Stunden in der Sauna bleiben.

Genug Potenzial für zwei Anlagen

Die Besucherzahlen haben sich gut entwickelt. Für das Laguna peilt Matti dieses Jahr die erwarteten 300 000 an, für die Saunaanlage rechnet er mit nicht ganz 80'000. Die Eintritte ins Freibad haben unter dem schlechten Sommer gelitten. Im Vorjahr waren es 60'000.

Die Konkurrenz des Aqua Basilea in Pratteln spürt er nicht – ähnlich äusserte sich auch die dortige Geschäftsführerin kürzlich in der bz. «In einem Einzugsgebiet von 700'000 Einwohnern im direkten Umfeld gibt es genug Potenzial für zwei Anlagen», argumentiert Matti. Auch könne man sich stets weiter verbessern und meint damit den Energieverbrauch, das Gastronomieangebot und die Freundlichkeit.

«Auch bei den Rutschen gibt es sicher noch etwas zu tun. Eine Looping-Rutsche würde uns gut zu Gesicht stehen», sagt Matti, betont aber auch, dass dies derzeit nicht das Hauptziel sei. Wichtig sei aber, dass nicht alle Badeanlagen die gleiche neue Rutsche anschaffen, man müsse sich unterscheiden.

Als sein Hauptziel definiert der Geschäftsführer, die Verweildauer der Besucher zu verlängern. Hauptzielgruppe sind im Badeland Familien mit Kindern im Alter bis zu 10 oder 11 Jahren. Mit der Modernisierung und Sanierung sind auch Badegäste weggeblieben, die ihr altes Laguna wiederhaben wollten. «Viele kamen nicht damit klar, dass es jetzt sehr viel mehr Licht gibt. Sie möchten wir zurückgewinnen.»