Das Volkshaus am Claraplatz hat sich heimlich zu einem kleinen Hotspot entwickelt. An den Abenden zogen einige Cliquen zum Nachtessen oder Apéro dorthin. So etwa die Schnooggekerzli mitsamt der jungen Garde, die Unverwieschtlige und die Remyse, die den traditionellen Apéro am Fasnachtsmittwoch in anderen Jahren im Hans-Huber-Saal zischen liessen.

Der Innenhof entwickelt sich nach und nach zu einem Treffpunkt für Guggen-Platzkonzerte. Diese Agora ist für Auftritte prädestiniert. Kein Vergleich zu den offiziellen Platzkonzerten auf dem Barfüsser- oder Marktplatz.

Am Mittwochabend geriet das Volkshaus zum Ort des Schaulaufens einiger Spitzenguggen. So waren die Oorwürm zu hören, deren Arrangements weit über eingängige Melodien hinausgehen. Ihre synkopischen Riffs sind dem Big-Band-Funk entlehnt. Dieser braucht nicht nur grosse Ausdauer, sondern auch extreme Konzentration. Trompeten spielen bis in die höchsten Lagen, es wird soliert, was das Zeug hält. Wie so etwas nach einem Umzugstag noch möglich ist?

Die Schlangenfänger orchestrieren nebst den üblichen Blasinstrumenten eine Schlagzeugcombo mit sechs Pauken. Diese entwickeln bei diesem Auftritt ein wunderbares Eigenleben. Da wird nicht nur aufs Fell gewaschen, sondern getanzt und getänzelt – mit exzellenten solistischen Einlagen. Einen besonderen Applaus erhalten die drei zierlichen Paukistinnen, die ihren Kollegen in nichts nachstehen. Ein ungemein energiegeladener Dirigent hält mit seinen Einsätzen die Hundertschaft unter Kontrolle.

«E si parlava italiano – che bellino, che brave!» Ein nicht kleiner Teil der Truppe sind Secondos – man darf davon ausgehen, dass hier wichtige Integrationsarbeit geleistet wird. Und dann wird «Il grande Amore» von Il Volo hingesülzt, eine wunderbare Schwarte, arrangiert für gefühlte 10 Stimmen. Und zum Heulen schön. (sts)