Die Deutsche Bahn (DB) beginnt mit der Planung für die südlichsten 3,1 Kilometer des sogenannten Neat-Zulaufs, der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale in der Schweiz. Für 273 Millionen Euro wird ein neues drittes und viertes Gleis von der Landesgrenze bis zu den beiden Rheinbrücken in Basel gebaut. Wenn es keine Einsprüche gibt, die das Genehmigungsverfahren verlängern, ist der Baubeginn für 2019 und das Bauende für 2024 geplant.

In der Vergangenheit war es bei dem Gesamtprojekt, das einen Ausbau von zwei auf vier Gleise der 182 Kilometer zwischen Karlsruhe und Basel vorsieht, regelmässig zu Verzögerungen gekommen. Das Abkommen von Lugano sah 1996 vor, dass die DB zum Vollausbau der Neat, also gegen 2020, mit dem Zulauf fertig ist. Davon redet schon lange niemand mehr. Michael Bressmer, Sprecher Grossprojekt Karlsruhe–Basel, ging am Montag auf der Medienkonferenz zum Abschnitt Basel von einer Fertigstellung für 2035 aus.

Neun Milliarden Euro Kosten

Ein neuer Tunnel unter Offenburg und die Verlegung der Strecke an die Autobahn zwischen Offenburg und Riegel und weitere Tieferlegungen haben die Kosten auf neun Milliarden Euro getrieben. Einmal fertig gestellt, dauert die Fahrt von Basel nach Karlsruhe statt vorher 100 Minuten noch 69 Minuten; geht also 31 Minuten schneller.

Für die 3,1 Kilometer in Basel muss die DB drei neue Brücken bauen: über die Neuhausstrasse, die Wiese und Freiburgerstrasse sowie die Fasanenstrasse. «Am prägnantesten ist davon das Bauwerk Wiesekorridor», sagte Projektamtsleiter Okko Heinrich. Sie ist 154 Meter lang und zwölf Meter breit und liegt 5,20 Meter über der Strasse.

Am 5. April beginnt mit einer Informationsveranstaltung im Congress Center Basel (Saal Sydney, Messeplatz 21, 18 Uhr) die Offenlegung. Ab dann haben betroffene Anwohner aus den Quartieren Hirzbrunnen und Wettstein vier Wochen Zeit, um Einsprüche zu deponieren. Insgesamt werden an der Strecke auf 1400 Meter Länge Schallschutzwände gebaut, die zwischen 2,5 Meter und 5 Meter hoch sind.

In Basel besteht bei 146 Wohnungen der Anspruch zu überprüfen, ob ihnen Schallschutzmassnahmen zustehen, im Weiler Quartier Otterbach gilt dies für 200 Wohnungen. Im nördlichen Abschnitt zwischen Landesgrenze und Wiese wird es wenig bis gar keine Nachtarbeit geben. Dies liegt daran, die Arbeiten ohne Beeinträchtigung durch den Zugverkehr vonstatten gehen können. Anders sieht dies an der Fasanenstrasse und im Badischen Bahnhof aus. Hier muss im Umfeld mit Baulärm und auch mit dem Ausfall von Zügen gerechnet werden.

Nicht-tragbare Risiken

Thema war auch die Risikoermittlung, die in der Schweiz aufgrund der Störfallverordnung Pflicht ist. Stefan Gundel, Chefexperte Sicherheit bei Gruner, verwies darauf, dass im Bereich Badischer Bahnhof Risiken im «nicht-tragbaren Bereich» resultieren könnten. Sollte der Transportzuwachs für das Jahr 2030 wirklich eintreten, sei aber eine Reduktion durch Massnahmen der DB möglich. Beurteilt wurden die Stoffe Benzin, Propan und Chlor. 

Weder das Herzstück Regio-S-Bahn noch der geplante Containerterminal Basel Nord werden laut DB durch die geplanten Arbeiten beeinträchtigt.