«In den letzten zehn Jahren sind in Basel 20 000 neue Arbeitsplätze entstanden und 8000 Einwohner dazu gekommen. Darauf müssen wir bei der Infrastruktur reagieren.». Das sagte Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements, auf einer Medienkonferenz zu den Bauprojekten von BVB, IWB und Tiefbauamt im Jahr 2016.

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Grafik: Elia Diehl

Die grössten geplanten Bauprojekte von BVB, IWB und Tiefbauamt im Kanton Basel-Stadt im Jahr 2016

Sobald zwei Infrastrukturmassnahmen an einem Ort zusammen kämen, übernehme das Tiefbauamt die Koordination, betonte Leiter Roger Reinauer. Ziel sei es, die Gesamtdauer von Baustellen auf zehn baufreie Jahre zu reduzieren. Das bedeutet natürlich nicht, dass in Basel 2016 nicht gebaut wird. Reinauer stellte die zehn grössten Baustellen im kommenden Jahr vor.

Einsprachen verzögern Arbeiten

2015 haben das Bau- und Verkehrsdepartement, IWB und BVB gemeinsam 112 Millionen Franken in Erhaltungs- und Bauarbeiten investiert – ohne Riehen und Bettingen. «2016 wird es ein Betrag in ähnlicher Grössenordnung sein», kündige Reinauer an. Genauer konnte er auch deshalb nicht werden, weil die mit 100 Millionen Franken teuersten Arbeiten an der Äusseren Baselstrasse und Lörracherstrasse aufgrund von drei Einsprachen derzeit stocken. Zwei davon betreffen die Haltestellensituation.

«Das macht uns gewisse Sorgen. Die grössere, zweite Etappe verzögert sich. Derzeit prüfen die Juristen, ob die Einsprachen aufschiebende Wirkung haben», informierte Reinauer.

Eine phasenweise Teilsperrung mit Umleitung zieht die Instandstellung der Dufourstrasse nach dem Neubau des Kunstmuseums nach sich. Der Falknerstrasse blüht aufgrund der Sanierung der Gleisanlagen während der Sommerferien vom 4. bis 30. Juli eine vier Woche dauernde Vollsperrung.

1000 Bewegungen pro Tag

BVB-Direktor Erich Lagler betonte, dass die BVB generell zu wenig in das stark belastete Netz investiert hätten. «In der Innerstadt gibt es Knoten mit 1000 Bewegungen pro Tag», sagte er. Er kündigte an, dass die BVB in Zukunft vermehrt auf kompaktes Bauen mit Totalsperrungen setzen würden: «Diese können Stunden, Tage oder Wochen dauern.»

Er verdeutlichte die Vorteile anhand dem für 2016 geplanten Gleisersatz im Aeschengraben. Dort müssen die Geleise in beiden Richtungen auf 325 Metern erneuert werden. Mit der herkömmlichen Methode, dem Bauen unter Betrieb, würden die Arbeiten vier Monate dauern. Mit der neuen Methode dauern sie noch rund zehn Tage. Es werde nicht 24 Stunden am Tag, aber auch am Wochenende gebaut, beantwortete er eine Frage. Ausserdem rechnet Lagler mit einer Kostenreduktion von zirka 20 Prozent.

Neuer Wärmespeicher der IWB

Die IWB, die für Strom, Gas, Fernwärme, Trinkwasser und Datennetz mit einer Netzlänge von 4358 Kilometern zuständig sind, müssen bei einer Lebensdauer von 40 bis 100 Jahren je nach System jährlich 1 bis 2,5 Prozent davon erneuern. Markus Küng, Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter Netze, verwies darauf, dass Material beim Fernwärmenetz Kosten und Bauzeit um rund 30 Prozent reduzieren.

Durch die dezentrale Speicherung erneuerbarer Fernwärme wollen die IWB ihren Betrieb optimieren. So ist derzeit im Kleinbasel für 7,5 Millionen Franken ein Fernwärmespeicher für die bessere Nutzung eines Holzkraftwerks im Bau. Bei der Kehrrichtverbrennungsanlage ist zudem ein Holzkraftwerk geplant.