Ab nächstem Donnerstag werden die neusten Uhrentrends in Basel zu sehen sein, wenn sich die Branche ihr jährliches Stelldichein an der Baselworld gibt. Die Uhrenwelt ist zwar nicht so schnelllebig wie die Modewelt, aber auch sie wandelt sich stetig. Auch die regionalen Uhrmacher Oris, Zeno-Watch Basel und Grovana werden ihre neusten Kollektionen an der Messe vorstellen.

Fraglicher Nutzen der Messe

Die drei Hersteller könnten unterschiedlicher nicht sein. Zum einen gibt es Oris aus Hölstein, die teuerste Uhrenmarke der Region, angesiedelt im mittleren Preissegment mit Uhren zwischen 1000 und 5000 Franken. Grovana verkauft Uhren zwischen 300 und 700 Franken und dazwischen befindet sich die Zeno Watch Basel.

Neben den verschiedenen Preissegmenten haben die Firmen auch unterschiedliche Betriebsgrössen, weshalb sie von der Messe unterschiedlich profitieren. Für Oris sei das Event, wie eine Familienzusammenkunft: Es ist das einzige Mal im Jahr, bei dem sich weltweit alle Angestellten des Unternehmens treffen, wie Vizepräsident Rolf Studer von Oris gegenüber der bz sagte. Auch die Tenniker Grovana nimmt bereits seit 40 Jahren an der Messe teil. Für sie ist es die weltweit wichtigste Messe überhaupt.

Obschon die kleine Zeno fast ein Fünftel ihres Jahresumsatzes an der Messe erzielt, stellt Felix Huber, Seniorchef der Basler Uhrenfirma, den Nutzen der Messe etwas infrage, da die Standmiete ihn fast 100'000 Franken koste. Er wisse nicht, ob sich die Teilnahme unter dem Strich rechnet. Auch beim Design unterscheiden sich die Uhrmacher, wie an den diesjährigen Kollektionen zu erkennen ist.

Etwa bei der Grösse der Uhren: In den vergangenen Jahren ging der Trend hin zu immer grösseren Zifferblättern. Die Jubiläumsausgabe der «Oversized-Fliegeruhren» der Zeno-Watch-Basel setzt diesen Trend mit einem stattlichen Durchmesser von 47,5 Millimetern fort.

Noch einen Schritt weiter geht Grovana. Mit dem «Master Commander» bringt sie dieses Jahr eine wuchtige Uhr auf den Markt, die mit einem Gehäuse von 50 Millimetern Durchmesser nichts für schmale Handgelenke ist.

Einen anderen Weg geht die Hölsteiner Uhrenfabrik Oris. Ihre Uhren wurden in den letzten Jahren wieder etwas kleiner und schlichter gebaut. Extravagante «Bling-Bling-Uhren» seien heute nicht mehr gefragt, sagt Rolf Studer. Die aktuelle Uhrenpalette ist denn auch geprägt von traditionellem und zeitlosem Design.

Die Oris-Sportuhren haben zwar immer noch einen Durchmesser von 45 Millimeter, die klassischen Uhren wurden aber in den vergangenen Jahren auf rund 42 bis 43 Millimeter reduziert.

Uhrwerk ist nicht gleich Uhrwerk

Nicht nur beim Aussehen, auch am Herz, dem Uhrwerk, scheiden sich die Geister. Oris produziert ausschliesslich mechanische Uhren. Mit der diesjährigen Kollektion bringt sie sogar zum ersten Mal – seit der Abspaltung von der Swatch Group 1982 – eine Uhr mit eigenem mechanischem Uhrwerk auf den Markt.

Dagegen verkaufen sich bei Zeno die Uhren mit elektronischem Innenleben wieder besser, wie Felix Huber sagte. Vor allem in Asien stossen die etwas günstigeren Uhren auf eine grosse Nachfrage, während die Verkäufe von mechanischen Uhren etwas ins Stocken geraten sind.