Ob Quitten-, Zwetschgen- oder Kirschbäume, eine Allee mit Nussbäumen, eine Ansammlung essbarer Kräuter entlang des Rheins, eine Hecke mit Kornelkirschen in der Dreirosenanlage oder Wiesen mit frischem Bärlauch: Die Internetseite mundraub.org listet in und um Basel bereits mehrere Dutzend Standorte mit frei zugänglichen Nahrungsmitteln auf.

Hier ist zu sehen: In der Dreirosenanlage gibt es Kornelkirschen zu pflücken.

mundraub.org

Hier ist zu sehen: In der Dreirosenanlage gibt es Kornelkirschen zu pflücken.

Die Einträge werden von Freiwilligen erstellt, beispielsweise von Nutzerin Cornelia. «Zwanzig oder mehr grosse Haselbäume: Die reifen Nüsse fallen auf den breiten Weg und lassen sich dann auflesen», schrieb sie im letzten Herbst auf dem Online-Portal und setzte auf der Karte ein Markierungssymbol dazu: Wanderstrasse, Gotthelf-Quartier.

«Ich finde die Idee toll und habe bis jetzt etwa fünf Standorte eingetragen», sagt sie. Dazu gehört auch eine «hohe Brombeerhecke», ein Quitten- und ein Kirschbaum. Sie werde bestimmt in der kommenden Obstsaison wieder nachsehen, ob von anderen Benutzern weitere Tipps dazugekommen sind.

«Dass die Leute Nüsse von unseren Bäumen pflücken oder vom Boden aufheben, geschieht schon seit Jahrzehnten. Dagegen ist nichts einzuwenden», sagt der Basler Stadtgärtner Emanuel Trueb. Auch der Bärlauch bei der St. Albankirche sei beliebt und werde jedes Jahr «geerntet». «Aber der grosse Teil unserer Bäume trägt leider keine zum Verzehr geeigneten Früchte.» Anders sei dies im neu eröffneten Schwarzpark.

Nicht alles ist empfehlenswert

Über den Schwarzpark merkt Trueb an: «Dort gibt es einige Äpfel- und Kirschbäume, die explizit dafür da sind, dass sie von den Bewohnern des Quartiers geerntet werden. Wir werden das Angebot dort noch ausbauen, sodass ein quartierbezogener Obstgarten entsteht.» Eine Einschränkung macht Trueb gleichwohl: «Es gibt aber auch einige eigentlich essbare Pflanzen, von deren Verzehr ich abraten würde, wenn sie zu nah an Strassen wachsen; weil sie durch Abgase, Staub, Pneu-Abrieb oder Hundekot verunreinigt sind», so der Stadtgärtner.

Hingegen gebe es in der Stadt auch Pflanzen, von denen viele gar nicht wissen, dass sie essbar sind; «zum Beispiel Wildkräuter und –gräser, die entlang des Rheins wachsen».

Gegen den Verzehr der auf mundraub.org aufgeführten Kornelkirschen hat Trueb nichts einzuwenden: «Die Kornelkirschen in der Dreirosenanlage sind unbedenklich. Aus den säuerlichen, kirschenähnlichen Früchten kann eine wunderbare Konfitüre gemacht werden, wenn sie im September erntebereit sind.»

Täglich 20 bis 50 neue Einträge

Entwickelt wurde die Internetseite mundraub.org 2009 von fünf Berlinern. In Deutschland gibt es mittlerweile fast 2000 Einträge, täglich kommen 20 bis 50 neue dazu. Auch in der Region Basel. «Von der Schlossgasse in Arlesheim in Richtung Burg Reichenstein auf der rechten Seite, ungefähr hinter dem Schiessstand, gibt es ausgedehnte Bärlauch-Wiesen», hat Benutzer «wanted29» passend zur Saison vor zwei Wochen festgehalten.

Selber mitmachen? www.mundraub.org