Phu! Zehn Fasnachtsveranstaltungen. Und alle laufen im Januar an. Welche möchte ich mir denn ansehen? Das ist wohl eine der meistgestellten Fragen der passionierten aktiven oder passiven Fasnächtler, die sich gerne in den nächsten Wochen in einen Zuschauerraum setzen möchten. Soll der Abend eher märchenhaft, poetisch, experimentell oder bissig werden? Für Martin Bammerlin sind zehn Veranstaltungen offenbar nicht genug, denn er wagt den Versuch, eine Neue vor den drey scheenschte Dääg in das Kleintheater Tabourettli zu bringen. «Rämpläm, rundum lätz gwigglet – dägg» nennt er sein schöpferisches Werk.

Aber was soll an «Rämpläm» denn nun so anders sein, dass die Basler zu Hauf ins Tabourettli stürmen? Es werde eine musikalische Fasnachtsveranstaltung, erklärt Bammerlin. «Unser Fokus liegt auf guter Musik. Die Texte werden satirisch sein, ‹Raamestiggli› aber wird es keine geben.» Zudem spiele der Gesang eine grosse Rolle. Doch die Musikstücke werden nicht von Piccolo-Spielern und Tambouren vorgetragen, sondern mit Geigen, Gitarren, Bass und Saxofon. Bammerlin relativiert aber sofort, denn einfach irgendetwas werde natürlich nicht gespielt. «Die Musik hat mit Fasnacht zu tun. Alle unsere Musiker sind Multi-Instrumentalisten.»

Aus der Wirrlete entstanden

Die Idee, eine neue Fasnachtsveranstaltung in Basel auf die Bühne zu bringen, ist bei Bammerlin vor rund einem Jahr entstanden. Er ist ein Wirrlette-Urgestein, der Fasnachtsveranstaltung, die in Basel als Satire bekannt war. Im 2014 fand sie zum letzten Mal statt – nach zehn Jahren und insgesamt fünf Ausgaben. Bammerlin und ein Teil der Wirrlete-Truppe wollten aber das Kapitel Vorfasnachtsveranstaltungen noch nicht abschliessen. «Wir hatten festgestellt, dass wir noch Lust auf mehr haben.»

Der Produzent Martin Bammerlin

Der 45-Jährige ist Physiker und hat einst in den USA als solcher gearbeitet. Durch die Fasnachtsveranstaltung Wirrlete, die im vergangenen Jahr zum letzten Mal durchgeführt wurde, hat er die Theaterbühne entdeckt. Heute arbeitet er im Marketing-Bereich und spielt in seiner Freizeit in verschiedenen Bands Schlagzeug.

Die Wirrlete hat von unkonventionellen Darbietungen gelebt. Durch den Abend führte eine Geschichte, gespickt mit Musik, führt Bammerlin aus. Durch sein neues Werk wird keine Story führen, «das Bühnenbild wird die Geschichte ausspucken», sagt er verschmitzt, lässt sich aber nicht auf die Äste raus. Auf jeden Fall solle «Rämpläm» auch für Nicht-Fasnächtler reizvoll sein. «Es gibt ja auch die Zuschauer an den drey scheenschte Dääg, oder Menschen, die aus dem Ausland als Gast an die Basler Fasnacht kommen.»

Wie ein Tambourentakt

Ob es das «Rämpläm» in Basel wirklich braucht, wissen Bammerlin und seine sieben Kollegen erst nach der Derniere am 30. Januar. Der Produzent ist aber zuversichtlich: «Ich bin sicher, dass es eine Vorfasnachtsveranstaltung dieser Art noch nicht gibt und die Leute deswegen Interesse daran zeigen.»

Wie ist der Name «Rämpläm» überhaupt entstanden? Bammerlin muss selber nachdenken. «Der Name hat eine Melodie. Er ist kein gesprochenes Wort, sondern klingt nach einem Tambour-Takt», erklärt er dann. Und die nächste Frage, beziehungsweise Antwort: «Ich weiss nicht, ob es eine zweite Ausgabe geben wird. Wie bei der Wirrlete wird ‹Rämpläm› nach dem Lustprinzip von unserer Seite entstehen.»

Ab 21. Januar 20 Uhr, im Tabourettli

www.raemplaem.ch