Es ist ein Thema, an dem sich die Geister scheiden. Müssen muslimische Kinder am Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen? Dürfen Bussen verteilt werden, wenn der Schwimmunterricht aus religiösen Gründen nicht besucht wird?

Diesen Fragen ging «Telebasel»-Filmautor Daniel Wahl in der Sendung «Report» (vom 18. April 2012) nach. In seinem Beitrag «Inquisition gegen Muslime» führte er Interviews hauptsächlich mit Muslimen.

Daraufhin reichten die Regierungsräte Christoph Eymann (Basel-Stadt, LDP) und Urs Wüthrich (Baselland, SP) Beschwerde ein. Der Beschwerdegrund: Fehlende Sachgerechtigkeit. «Telebasel» hätte zu einseitig berichtet. Regierung und Behörden kämen kaum zu Wort. Auch Crispin Hugenschmidt, Generalsekretär des Basler Erziehungsdepartements, trat als Beschwerdeführer auf. Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) urteilte am Freitag über den Fall. Sie ist zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen redaktionelle Radio- und Fernsehbeiträge und klärt, ob eine diese Sendungen Rechte verletzt haben.

Beschwerde abgelehnt

Die UBI entschied sich am Freitag mit 6:3 Stimmen zugunsten des Lokalsenders «Telebasel». Das twitterte Jascha Schneider, Anwalt von Telebasel, nach der Urteilsverkündung.

Die Erleichterung bei Chefredaktor Willy Surbeck war gross: «Es ist ein Entscheid zugunsten der Medienfreiheit. Wir sind erleichtert, aber wir zeigen uns nicht in Siegerpose.»

Mängel aufgedeckt

Einen Teilerfolg erzielte «Telebasel» damit, dass die UBI entschied, dass Wüthrich und Hugenschmidt als nicht beschwerdeberechtigt erachtet wurden. Dennoch hat «Telebasel» aus der ganzen Diskussion Lehren gezogen: «Wir haben Hausaufgaben, die wir machen müssen», ist sich Surbeck bewusst. «Die UBI hat Mängel in der angefochtenen Sendung aufgedeckt.» Künftig müsse «Telebasel» klarer die Meinungen deklarieren und «besser kontextualisieren». «Telebasel»-Anwalt Schneider zeigte sich wenig überrascht über den Entscheid der UBI: «Für mich war der Fall immer klar. Es war ein sachgerechter Beitrag. Fakt ist aber, dass die UBI heftig diskutiert hat, jedoch immer auf sachlicher Ebene.»

Christoph Eymann, als Einziger noch beschwerdeberechtigt, wollte keine Stellung zum Entscheid nehmen. Es liege noch keine schriftliche Urteilsverkündung vor, liess er verlauten.
Da am Freitag der internationale Tag der Pressefreiheit gefeiert wird, war die Freude bei den Verantwortlichen von «Telebasel» umso grösser.