Ein alter Streit feiert seine Wiederauferstehung, jener um Plastikstühle in Basler Boulevardbeizen. Was war das für ein Krach im Jahr 2005, als Richtlinien festgelegt wurden, wie Stühle, Tische und Schirme in den Strassencafés auszusehen haben. Die damalige Baudirektorin Barbara Schneider (SP) wurde nicht müde, die Hässlichkeit der sogenannten Monobloc-Plastikstühle und der Schirme mit Bierwerbungen anzuprangern. Der damalige CVP-Grossrat Peter Eichenberger hatte einen Vorstoss eingereicht, es solle in Basels Strassencafés etwas hübscher zu und hergehen, die Wirte befürchteten, sie würden alle pleite gehen deswegen und inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Bis letzten Dienstag. Da beschloss die Regierung, die Vorschriften wieder aufzuheben.

Das findet der grüne Grossrat Michael Wüthrich völlig daneben. «Wir geben Millionen aus für Strassenbeläge aus Alpnacher Quarzsandstein und für staatliche Stühle im öffentlichen Raum. Und dann wollen wir den Wirten wieder erlauben, Billigstühle aufzustellen.»

Wüthrich hat nun eine Motion eingereicht, um die regierungsrätliche Lockerung der Vorschriften wieder rückgängig zu machen. Und damit stante pede den Zorn der Jungfreisinnigen auf sich gezogen: «Genau wegen solchen Regulierungs- und Verbotsfanatikern braucht es in Basel mehr FreiheitskämpferInnen! Es lebe die Vielfalt in der Gastro!» verkündet die JFDP auf Twitter. Wüthrich schert das wenig: «Die Wirte haben sich längst daran gewöhnt.» (dre)