Kommt gar nicht infrage. Mit deutlichen Worten wehrt sich die grossrätliche Bildungs- und Kulturkommission (BKK) gegen die Pläne der Basler Regierung, beim Zoo zu sparen. Diese vertritt die Meinung, dass der Zolli über genügend Reserven und Drittmittel verfüge. Zusätzliche Steuergelder habe er nicht nötig. Im Rahmen ihres 70-Millionen-Sparpakets will die Regierung deshalb in den nächsten vier Jahren die bisherigen Beiträge um 450 000 Franken auf jährlich eine Million kürzen. Sie ist überzeugt: Weil die staatlichen Beiträge nur einen geringen Anteil am Gesamtbudget des Zollis ausmachen, könne dieser seine bisherigen Leistungen auch weiterhin erbringen.

Die Grossratskommission sieht das ganz anders. Mit über einer Million Besuchern sei der Zoo die Institution mit dem grössten Publikumsaufkommen im Kanton. «Eine Kürzung wäre ein äusserst problematisches Signal des Kantons gegenüber dem Zoo, der mit Projekten wie dem Ozeanium stark in die Zukunft investieren will», schreibt BKK-Präsident Oswald Inglin im gestern veröffentlichten Kommissionsbericht. «Es wäre aber auch ein problematisches Signal gegenüber den privaten Geldgebern, die sich davon negativ beeinflussen lassen könnten.»

Gleichzeitig befürchtet die BKK höhere Eintrittspreise, welche Familien abschrecken könnten. Zudem spricht sie von einem schwierigen Bildungsabbau, wenn die Besuche für Schulklassen nicht mehr kostenlos wären. Und dies dürfte den Kanton bei einem künftigen Einkauf derselben Leistungen letztlich teurer kommen als die Fortsetzung des Status quo.

Nur eine Kommissionsminderheit vertrat ebenfalls die Haltung, dass der Zoo finanziell besonders stabil sei. Kaum eine andere Institution könne mit so vielen Zuwendungen rechnen. Eine Reduktion von 450 000 Franken sei daher gut verkraftbar – das entspreche gerade mal einem Prozent des Gesamtbudgets. «Im Gegensatz zu vielen anderen Institutionen wird ein reduzierter Staatsbeitrag für den Zoo keine existenziell spürbaren Auswirkungen haben», findet die BKK-Minderheit. Der Sparantrag blieb mit zwei gegen acht Stimmen dennoch chancenlos. Auch ein Kompromissvorschlag für eine Reduktion von jährlich nur 225 000 Franken wurde abgelehnt.

Willkür und Vetternwirtschaft

Und damit nicht genug. In ihrem Bericht holt die Kommission gleich noch zur Grundsatzkritik aus: So wäre aus Sicht der BKK-Mehrheit von Anfang an zu erkennen gewesen, dass eine Kürzung beim Zoo «völlig aussichtslos» sei. Es entstehe der Eindruck, die Regierung wolle die Verantwortung für gescheiterte Einsparungen ans Parlament abdribbeln. Dabei sei klar: Wird die bisherige Finanzhilfe an den Zoo beibehalten, sei das auch eine Aufforderung des Parlaments an die Regierung, nach anderen Sparpotenzialen zu suchen – etwa innerhalb ihrer eigenen Strukturen.

Und die BKK wird noch deutlicher: Offensichtlich habe die Regierung beim Zoo ein «Exempel im Sinne des Sparens» statuieren wollen. Nicht zum ersten Mal erlebe das Parlament hier einen «schwierigen Umgang mit einer wichtigen Institution». Zusammen mit anderen Sparanträgen etwa bei der Jugendkulturpauschale oder bei den Beihilfen hinterlasse die Regierung so einen «höchst zwiespältigen Eindruck».Selbst der Vorwurf der Vetternwirtschaft wird angedeutet. So blieben doch Institutionen unangetastet, deren Nutzer «einen direkten Zugang zu den Entscheidungsträgern» hätten.

Wenn Einsparungen in der Grössenordnung von einem Prozent beim Zolli und mit Hinweis auf sein Budget als verkraftbar gälten, gleichzeitig beim weit grösseren Kantonsbudget aber abgelehnt werden, dann entstehe der Eindruck von höchst willkürlichen Beurteilungen.