Die Römisch-katholischen Kirchen der beiden Basel haben den Herbert Haag-Preis erhalten. Mit diesem werden Menschen oder Organisationen geehrt, «die bemerkenswerte Initiativen zu Freiheit in der Kirche ergriffen haben».

Im Fall der beiden Kantonalkirchen handelt es sich in der Tat um eine Initiative im legalen Sinn, und zwar um die Gleichstellungsinitiative. Diese ist in beiden Kirchen angenommen worden und schreibt nun in den Kirchenverfassungen fest, dass sich die Kantonalkirchen nachhaltig darum bemühen sollen, dass Frauen in der katholischen Kirche gleichberechtigt behandelt werden.

Die Forderung, welche die Kirchen bereits in Rom deponiert haben, zielt unter anderem auf die Öffnung des Priesteramts für Frauen ab. Aber nicht nur mit der Forderung, Priester unabhängig von Geschlecht und Zivilstand zuzulassen, würde auch eine der umkämpftesten Institutionen der Kirche fallen, der Zölibat.

«Die Debatte darüber, ob mit Berufung auf die Religionsfreiheit zurecht auf die Geschlechtergleichstellung verzichtet werden kann oder ob nicht eher deren Verletzung eine «unheilige Diskriminierung» darstellt, ist mit diesem Verfassungszusatz im schweizerischen Kontext neu akzentuiert worden», schreibt die 1985 vom Tübinger Theologieprofessor Herbert Haag gegründete Stiftung.

Neben den Kantonalkirchen der beiden Basel sind mehrere Frauen ausgezeichnet worden, die sich ebenfalls für eine Kirche der gleichberechtigten Geschlechter starkmachen. (dre)