Die Umweltorganisation Pingwin Planet und der Basler Altlastenexperte Martin Forter verlangen einen sofortigen Baustopp bei den Sanierungsarbeiten, die diese Woche im südelsässischen Hagenthal-le-Bas begonnen haben. Auf einem Feldweg zirka 15 Kilometer südwestlich von Basel wird giftiges Hexachlorcycohexan (HCH) ausgebaggert.

Dabei werde der Schutz der Arbeiter und der Umwelt ungenügend berücksichtigt. «Die Sicherheitsmassnahmen werden den Risiken des Lindan-Abfalls nicht gerecht. Die Gefahr von giftigen Staubemissionen ist sehr gross», heisst es in der Medienmitteilung, die von einer Billigsanierung spricht. Es werde nur mit Gasmasken ohne Schutzanzüge und ohne schützende Zelte gearbeitet.

Pestizid stammt aus stillgelegter Fabrik in Huningue

Seit Anfang der 70er Jahre liegt auf den Feldwegen zwischen Hagenthal-le- Bas und Hagenthal-le-Haut Kies, der mit Lindan-Abfall kontaminiert ist. Lindan ist ein Pestizid und stammt vom Fabrikgelände des ehemaligen Lindan-Produzenten Ugine Kuhlmann in Huningue. Dieses Gelände wird derzeit unter grossen weissen Zelten direkt am Rhein, nördlich der Basler Dreirosenbrücke, für 200 Millionen Euro von Novartis saniert.

Die Sanierung der kontaminierten Feldwege bei den beiden Hagenthal würde 700 000 Euro kosten – Geld, das das französische Umweltministerium nicht bewilligt hat. Insgesamt gibt es im Südelsass 37 Standorte mit Altlasten, die meisten im Raum Basel.

Bei Hagenthal will die Präfektur nur den hoch konzentrierten Sondermüll weggraben. «Bei allen anderen Feldwegen und Picknick-Plätzen aber will sie das Gift im Boden belassen und nur mit Beton überziehen – selbst mitten im Wald», kritisiert Pingwin Planet. Die Organisation fordert stattdessen die vollständige Dekontamination und die Beseitigung des Gifts unter höchstens Sicherheitsvorkehrungen. Der Vertreter der zuständigen französischen Behörde hält die geplanten Massnahmen kurz- und mittelfristig für ausreichend.