Die Fronten sind klar. Die einen sind dafür, die anderen dagegen, wie das halt immer ist bei Abstimmungen. Und damit auch das Wahlvolk erfährt, was Gegner und Befürworter wollen, respektive nicht wollen, lancieren die Gruppen in diesen Tagen ihren Abstimmungskampf. Bei den Befürwortern fällt der Startschuss just heute. Die Frage, welche die Baslerinnen und Basler in fünf Wochen an der Urne beantworten müssen, heisst: Soll der Kasernenhauptbau zu einem Kultur- und Kreativzentrum saniert und umgebaut werden? Eine Frage, die der Grosse Rat im Herbst bereits beantwortet hat. Und zwar mit Ja.

Bürgerliche Parteien haben jedoch das Referendum gegen den Beschluss ergriffen – und lassen nun die Wähler entscheiden. Als Hauptgrund nennen die Gegner die ihrer Ansicht nach zu hohen Baukosten von rund 45 Millionen Franken. Zudem kritisieren sie das Nutzungskonzept als «unscharf» und sind dagegen, dass ein staatliches Gremium über die Mieter entscheiden soll.

Nur in einem Punkt sind sich Gegner und Befürworter einig: Das Gebäude ist verlottert und muss renoviert werden. Geht es nach den Befürwortern, ist das vorliegende Projekt mit Durchgängen zum Rhein, einem Restaurant und Aufenthaltsorten für jedermann die beste und zudem eine «ausgewogene» Lösung für Quartier, Kultur und die Stadt im Allgemeinen.

Die meisten Gebäude blieben so

Die Debatten um die geplante Sanierung der Kaserne sorgten bei vielen Baslern für Verwirrung: Was passiert mit den Ateliers? Soll die Turnhalle abgerissen werden? Und der Quartiertreffpunkt? Bleibt der Rossstall erhalten? Und was ist mit der Moschee?

Tatsächlich: Auch rund um den Hauptbau sind kleine Veränderungen geplant. Die Abstimmung betrifft jedoch nur den Hauptbau. Ein Haus, das die wenigsten von innen kennen und das vor allem als Kulisse für das Basel Tattoo dient. Doch: Die Kaserne ist mehr als eine Kulisse. Hier erhalten Sie eine Übersicht, was auf dem Areal im Herzen Kleinbasels läuft und was geplant ist.

Auf diesem privaten Platz sollen Gäste bewirtet werden

   

Diese Fassade kennt kaum jemand, denn dieser Platz ist nicht öffentlich zugänglich. Links unten führt das Klingentalweglein vom Rhein zur Klingentalstrasse. Sollte das Projekt angenommen werden, entstünde hier der Boulevardbereich des Restaurants und ein 24 Stunden zugänglicher Durchgang auf den Kasernenplatz.

Hier sollen Kasernenhof und Rhein verbunden werden

  

Noch ist es einfach eine grosse Tür im Hauptbau, in dem derzeit noch Schüler unterrichtet werden und sonst nicht viel los ist. Bei einer Sanierung soll hier aber ein Durchgang entstehen, der vom Hof der Kaserne zum Rheinbord hinunter führt. Der Durchgang wäre nachts allerdings geschlossen, tagsüber aber für alle offen.

Für dieses Modell kämpfen die Umbau-Befürworter

   

Der Verein Pro Kasernenareal (allen voran deren Präsident Philipp Cueni) will das Stimmvolk in den kommenden Wochen davon überzeugen, dass es sinnvoll wäre, aus dem Kopfbau der Kaserne einen Ort der Kreativität zu machen. In der Mitte des Modells unten ist die geplante Öffnung zum Rhein sichtbar.

Kultur und Gastronomie: Das ist das Herz des Areals

   

Die Reithalle wurde vor genau 30 Jahren zum ersten Mal bespielt, eine Kulturwerkstatt gab es schon zuvor. In der Häuserzeile sind die «Kabar» daheim, die Rossställe und die Reithalle für Kultur, das junge Theater, die Kasernenbüros, der Spielestrich und die Moschee. Diese soll an den Rand des Kopfbaus zügeln und bei den Büros könnte sich auch was ändern. Sonst aber bliebe auch hier alles beim Alten.

Das «Parterre» gehört fest zum Areal – und bleibt hier

   

Das Restaurant Parterre bekäme Konkurrenz vom Restaurant, das für den Hauptbau vorgesehen ist. Sonst aber bliebe für die Kulturbeiz entlang der Klybeckstrasse alles beim Alten. Dieses Gebäude bildet von der rechten Seite her den Anfang der Häuserzeile, die für die Öffentlichkeit jetzt schon durchgehend zugänglich ist.

Egal, was passiert: In der Turnhalle sollen Kinder turnen

   

Die Turnhalle entlang der Klybeckstrasse bleibt in jedem Fall als Turnhalle für Schülerinnen und Schüler erhalten. In dem kleineren Gebäude rechts ist ein Kindergarten einquartiert, im Untergeschoss befindet sich der Boxclub Basel. Diese Gebäude wären in keinster Form vom Umbau betroffen.

Der Quartiertreffpunkt müsste den Lastwagen weichen

   

Der kleine provisorische rote Bau vor dem Hotel Balade, das sich nicht mehr auf dem Kasernenareal befindet, beherbergt den Quartiertreffpunkt. Dieser war immer als Provisorium geplant und müsste bei einem Umbau abgerissen werden, um Lastwagen Platz zu machen. Als neues Domizil sind Räume gegenüber geplant.

Im einstigen Kloster sind und bleiben Künstler am Werk

   

In den Räumen des ehemaligen Klosters Klingental (links) ist seit 1976 der Ausstellungsraum Klingental einquartiert. Bereits vorher schon arbeiteten Künstler hier in Ateliers. Unabhängig von der Abstimmung sollen die Ateliers renoviert werden. Ausstellungsraum und Ateliers sollen aber in jedem Fall hier erhalten bleiben.