Alle Messen sind dazu da, Neuheiten zu präsentieren. Das ist auch an der diesjährigen Swissbau so. Bei rund 1100 Ausstellern ist es allerdings nahezu unmöglich, eine Bilanz zu ziehen. Innovationen gibt es im Dutzend. So hat Bauknecht eine App entwickelt, mit der Waschmaschine, Trockner und andere Geräte via iPad angesteuert werden können. Ausserdem kann die Waschmaschine auf Zeiten mit tiefen Stromkosten geschalten werden. Andere Innovationen sind vielleicht eher graduell, bieten aber dank einer neuen Produktionstechnik und neuen Materialien neue Design-Möglichkeiten.

Elegante Keramik

So etwa die neue «Saphir»-Linie von Keramik Laufen, die dank der Materialfestigkeit sehr dünnwandig und elegant gestaltet werden kann. Gleichzeitig entwickelt Keramik Laufen auch die dazu passenden Badezimmermöbel. Die Saphir-Keramik-Waschtische werden künftig auch in Laufen hergestellt.

Ein weiteres neues Produkt von Laufen ist ein Dusch-WC namens «Riva», welches neue Massstäbe setzen soll. Es ist mit integrierter Entkalkung und einer thermischen Reinigung des Wassersystems (zu Legionellen-Verhinderung) ausgestattet. Die Oberfläche der Schüssel mit einem Antihaftbelag versehen. Der Prospekt dazu ist von unübersehbarer Reinheit ... und beginnt mit einem Zitat von Gottfried Keller: «Alles Grosse und Edle ist einfacher Art.»

Anderes ist vielleicht weniger gross, dafür eher komplizierter Art. Es sind die zahllosen Technologien, die im Baubereich angewandt werden und besonders in der Planung stark digital-lastig sind. Nicht vergebens ist einer der Schwerpunkte der Swissbau der Einsatz der Informationstechnologie. Ein Beispiel: Die Firma Navvis aus München hat ein Vermessungsgerät entwickelt, welches den mit Laser erhobenen «Datensatz» des Raumes mit Fotografien desselben verbindet. Das biete ganz neue Möglichkeiten für Bauherren und Liegenschaftsbesitzer oder –verwalter, sagt Andreas Lehmann, der in Liestal mit der Firma «real.scan.service» diese Dienstleistungen schweiz- und europaweit anbietet.

Virtueller Spaziergang

Man kann durch die vermessenen Räume virtuell durchschreiten, man kann im Raum Mass nehmen (beispielsweise Abstände zwischen Türen oder Distanzen zu Steckdosen). An bestimmten Orten können Dokumente, Gebrauchsanweisungen, Excel-Tabellen und Links zum Asset Management oder sonstige Dateien hinterlegt werden, beispielsweise die Art der montierten Feuermelder und deren letzte Tests. Den Handwerkern kann man solche «Räume» per Mail zuschicken (beziehungsweise Links zu entsprechenden geschützten Internetseiten), sie finden die Baustelle dank der nicht satellitengestützten Navigation.

Auf dem Bau können alle Involvierten den Baufortschritt ansehen. Hauswartungen können sehen, was sie erwartet, wenn sie einen Gebäudereinigungsvertrag abschliessen. Der Scan hilft, Gebäude und Dienstleitungen zu bewirtschaften, vom Bau über den Betrieb bis zur Veränderung oder zum Abbruch. Zu den Kunden gehören auch Gemeinden oder Stromversorger, die sich gerne einen Überblick über ihre Liegenschaften verschaffen wollen und später bei der Gebäudewartung mit diesem System arbeiten wollen. Ein Raum von der Grösse des Entrées der Halle 1 an der Messe würde eine Viertelstunde brauchen, sagt Lehmann.

Ein guter Jahrgang

Gemäss vorläufigen Zahlen wird in diesem Jahr die Besucherzahl über 100 000 steigen. «Das bisherige Echo der Aussteller war sehr positiv», sagt Mediensprecherin Muriel Mangold. Guten Zuspruch fanden auch die zahlreichen Diskussionsforen mit den Schwerpunkten Energie, Ausbildung und Raumplanung. Es wurde eine Bildungsinitiative im Energiebereich lanciert.