Herr Lauber, weshalb bietet Baselland Hand zur Errichtung des grössten Flüchtlingszentrums der Schweiz?

Anton Lauber: Wir setzen uns seit längerem mit den Asylströmen auseinander. Als die Asylgesuchzahlen beim Bund im Oktober mit 4750 Gesuchen um über 50 Prozent gegenüber dem Vormonat anstiegen, zeigte sich, dass in der ganzen Schweiz der reibungslose Registrierungsprozess Probleme bereitet. Diesen zu verbessern, ist sehr wichtig. Es macht zudem Sinn, das Registrierzentrum in der Nähe des Empfangs- und Verfahrenszentrums Basel-Bässlergut anzusiedeln.

Weshalb ist der Registrierungsprozess so wichtig?

Eine schnelle und korrekte Registrierung hilft bei sicherheitspolizeilichen Fragen. So können schwach begründete Asylgesuche und solche, für deren Behandlung ein anderer Dublin-Staat zuständig ist, rasch erledigt werden. Auch wird erkannt, wenn eine Person polizeilich gesucht wird.

Weshalb hat der Kanton mit dem Feldreben-Areal eine sanierungsbedürftige Deponie angeboten?

Für eine Anlage dieser Grössenordnung gibt es in Baselland kaum andere Areale, weshalb man sich relativ rasch auf das Feldreben-Areal fokussiert hat. Es wird ein ordentliches Baugesuch und keinen Eingriff in die versiegelten Böden geben. Zudem liess der Kanton die Luftbelastung in den Hallen und im Freien untersuchen. Sowohl die Luft als auch das Abwasser sind unbedenklich.

Wird die Gemeinde durch das Registrierungszentrum finanziell belastet?

Wegen der kurzen Aufenthaltsdauer der Asylbewerber werden deren Kinder nicht eingeschult. Auch wird weder die Sozialhilfe noch die Kesb der Gemeinde belastet. Der Bund trägt sämtliche Kosten.