Eine tätliche Auseinandersetzung im Vorfasnachtstrubel hat plötzlich eine aussergewöhnliche Dimension erhalten: Wie das «Regionaljournal Basel» von SRF berichtet, war am Vorfall in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar in Therwil vermutlich ein Basler Polizist beteiligt.

Nach einer Auseindersetzung zwischen drei Schweizern und einem Asylbewerber aus Tunesien, bei der laut Baselbieter Polizei «ein Messer im Spiel war», musste Letzterer verletzt ins Spital eingeliefert werden. Der genaue Tathergang ist unklar, die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat gegen die drei Schweizer ein Strafverfahren wegen schwerer Körperverletzung eröffnet.

Polizist war nicht in U-Haft

Wie Staatsanwaltschaftssprecher Michael Lutz gegenüber der bz präzisiert, wurde einer der mutmasslichen Täter kurzzeitig in Untersuchungshaft genommen, befindet sich aber wieder auf freiem Fuss.

Laut der ursprünglichen Polizeimeldung wurde eine Person vor Ort festgenommen, die «stark alkoholisiert» gewesen sei. Bei diesem 32-jährigen Schweizer handelt es sich allerdings nicht um den Basler Polizisten, stellt Lutz klar. Dieser habe zum Tatzeitpunkt keine Uniform getragen.

Keine Angaben wegen Persönlichkeitsschutz

Der Basler Polizeisprecher Martin Schütz sagt auf Anfrage: «Wir haben Kenntnis davon, dass gegen einen Mitarbeiter der Kantonspolizei Basel-Stadt ein Ermittlungsverfahren läuft. Mehr können wir dazu aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und wegen des Amtsgeheimnisses nicht sagen.»

Auf die Frage, ob die Ermittlungen wegen schwerer Körperverletzung Folgen für den Mitarbeiter hätten, sagt Schütz: «Es gibt derzeit keinen Anlass für irgendwelche Massnahmen, es gilt die Unschuldsvermutung. Nach Abschluss der Ermittlungen werden wir die Sachlage prüfen.»