Lange mussten die Allschwiler Gemeinderatskandidaten gestern auf das Wahlresultat warten. Als es kurz vor 19 Uhr endlich feststand, war niemand von ihnen gewählt. Denn laut Wahlbüro hatte niemand der Kandidaten das absolute Mehr von 2226 Stimmen erreicht. Wie die bz gestern bekannt machte, ist dem Wahlbüro hier aber ein Fehler unterlaufen. Es zog beim Ausrechnen des absoluten Mehrs nur die komplett leeren Wahlzettel in Betracht, nicht aber einzelne leer gelassene Linien. Damit erhöhte sich das absolute Mehr. Heute wurde nachgerechnet: Es gingen 20'756 gültige Stimmen ein. Das heisst, das absolute Mehr liegt bei 1484 Stimmen.

Damit wäre klar: Gewählt sind Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP, 2183 Stimmen), die Bisherigen Christoph Morat (SP, 2043), Robert Vogt (FDP, 2041), Franz Vogt (CVP, 2020) und Thomas Pfaff (SP, 1969) sowie der neu angetretene Philippe Hofmann (CVP, 1673). Auf den Plätzen sieben bis neun liegen Patrick Lautenschlager (SP, 1324), Roman Klauser (SVP, 1219) und Henry Vogt (SVP, 998). Sie müssten sich in einem zweiten Wahlgang am 10. April nochmals messen.

Allschwil muss nochmals zählen

Nur: Soweit ist man beim Wahlbüro in Allschwil noch nicht. Denn nicht nur das absolute Mehr sorgt dort für Diskussionen, sondern auch die 4237 Stimmen, die an "Andere" gingen. Wer diese "Anderen", also nicht offiziell kandidierenden Personen, sind, wurde im Wahlbüro nicht überprüft. Somit ist es theoretisch möglich, dass eine nicht offiziell angetretene Person so viele Stimmen gemacht hat, dass sie über dem neu berechneten absoluten Mehr liegt. Wäre dies der Fall, wäre gar kein zweiter Wahlgang mehr nötig – vorausgesetzt diese Person nimmt ihre Wahl an.

Das Wahlbüro Allschwil wird heute Nachmittag die Stimmen, die an "Andere" gingen, genau auszählen. Erst anschliessend wird bekanntgegeben, wer in Allschwil gewählt ist und wer am 10. April noch einmal einen Anlauf nehmen muss.