Am Dienstagabend wurden Fahrende auf dem Parkplatz beim Allschwiler Weiher zum Ziel einer Attacke. Ein älterer Mann um die 70 wurde von einem jungen Mann angegriffen und dabei verletzt. Zwei Stunden später detonierte ein noch nicht identifizierter Spreng- oder Brandsatz unter einem der drei Wohnwagen. Das meldete einer der Betroffenen der bz. Die Polizei Baselland bestätigte den Eingang eines Notrufs am Dienstag um 19.50 Uhr.

Pikant: Es waren diejenigen Fahrenden, die am Tag zuvor aus Gründen des Naturschutzes vom ehemaligen DB-Gelände im Kleinbasel weggewiesen wurden (bz von gestern).

«Wir waren gerade am Ausrichten der Wohnwagen, als wir einen Schrei hörten. Ein Kollege von uns, ein Mann gegen 70, wurde von einem jungen Mann aufs Übelste beschimpft und mit Fäusten traktiert», sagt A.B. (Name der Redaktion bekannt). «Wir versuchten, den Angreifer zu beruhigen, und hielten ihn fest, bis die Polizei kam. Er hat Verwünschungen gegen Fahrende ausgestossen und drohte uns, die Wohnwagen anzuzünden.» Er sei ein Hooligan und habe gute Freunde. Gemäss Polizei sei der 27-jährige Täter stark alkoholisiert gewesen. Er wurde von der Polizei kontrolliert, nicht aber arretiert. Ein Kollege habe ihn abgeholt und nach Hause gebracht, so die Polizei.

Zwei Stunden später krachte es. «Unter dem Wohnwagen unseres Kollegen ging eine Ladung hoch. Ein Pneu platzte», sagt der geschockte A.B. Jemand sei davongerannt. Die Polizei sei nochmals gekommen, «aber nur ganz kurz. Sie haben nur einen Tritt an den Brandsatz gegeben.» Die Überreste des Spreng- oder Brandsatzes hätten die Fahrenden der Polizei selbst überbracht. Diese spricht von einem Feuerwerkskörper. A.B.: «Unsinn. Das war viel mehr. Es hat noch eine halbe Stunde gebrannt.»

Die Fahrenden sind nach diesen Vorkommnissen wieder zurück nach Basel geflohen. Auf ein Privatgrundstück – mit vorläufiger Duldung. Den genauen Ort nennen sie diesmal nicht mehr.