Regierungsrat Peter Zwick, beim Kanton zuständig für die Überwachung des Sanierungsvorhabens und Vorsitzender des Runden Tischs, legt laut der Pressemitteilung des Kantons Wert darauf, dass die beiden Geschäftsführungsmitglieder Franziska Ritter und Bernhard Matter durch den Runden Tisch in ihrem Amt bestätigt worden seien. Matter sei zudem per Regierungsratsbeschluss angestellt worden.

Am Runden Tisch sässen «hochrangige Vertreter» der betroffenen Chemiekonzerne BASF, Syngenta und das Pharmaunternehmen Novartis, des Gemeinderats Muttenz sowie der Kantone Baselland und Basel-Stadt. Diese Teilnehmer seien im Gegensatz zur ADM für dieses Gremium legitimiert, ergänzt Zwicks Pressesprecher Rolf Wirz auf Anfrage, weil sie sich an der Finanzierung der Sanierung beteiligen würden.

Ritters und Matters Tätigkeit bei der jurassischen Deponie Bonfol seien sowohl dem Kanton wie auch dem Runden Tisch bekannt gewesen. Die dort gewonnene Expertise der beiden sei «von Nutzen für das Projekt in Muttenz», ungeachtet der Tatsache, dass ihr dortiges Projekt vor Gericht in einem Vergleich endete. Der Kanton könne in dieser Konstellation keinen Interessenkonflikt erkennen.

Zwick bedaure die Diskreditierung der Projektleitung durch die ADM, die einen Einsitz in der Begleitkommission abgelehnt hatte. Mit ihren «ungerechtfertigten Forderungen» torpediere sie nun das Sanierungsprojekt. Wirz betont, dass sich die ADM unglaubwürdig mache, wenn sie behaupte, Ritter habe am Runden Tisch Zwick «ab und zu» vertreten, was nur genau einmal während einer Krankheit Zwicks der Fall gewesen sei.

Franziska Ritter selbst, die von der ADM hart angegriffen wird, wollte sich heute zu den spezifischen Fragen der bz nicht äussern, teilte allerdings in einer allgemeinen Stellungnahme mit, dass sie keinen Interessenkonflikt sehe. Sie sei vom Runden Tisch als selbständige Beraterin beauftragt, «dem Projekt als Koordinatorin in organisatorischen, kommunikativen und rechtlichen Belangen zur Verfügung zu stehen». Ihre Aufgabe sei es, die Partner des Runden Tischs «zu unterstützen, eine einvernehmliche Sanierungslösung zu finden».