Spätestens seit letztem September kennt jeder in Basel Renato Steffen. Der Offensivspieler in Diensten von YB provozierte Taulant Xhaka vom FCB, bis dieser ihm eine Ohrfeige verpasst und dafür nachträglich gesperrt wurde. Spätestens seit Steffen dann im Rückspiel auch noch vor die Muttenzerkurve spuckte, ist er in Basel eine Persona non grata.

Dass das Gerücht, Steffen würde im Winter oder spätestens im Sommer zu eben genau dem Ligakonkurrenten aus Basel wechseln, nicht unbedingt für Jubelstürme sorgte, ist selbstredend. Doch der FCB liess sich nicht von der Aktion Steffens und den negativen Reaktionen von den Fans beirren, sondern liess sich von den fussballerischen Qualitäten des 24-Jährigen Aargauers überzeugen.

Renato Steffens Traumtor gegen den FC Aarau .

Renato Steffens Traumtor gegen den FC Aarau . 

So vermeldete der FCB heute offiziell, dass Steffen per sofort von YB zum FCB wechselt. Der «SonntagsBlick» meldete den Transfer bereits am Sonntag als fix. Steffen schaffte im Sommer 2012 den Sprung vom Erstligisten FC Solothurn in die Super League zum FC Thun, ehe er ein Jahr später zu den Young Boys wechselte. Dass er dort aber keine Zukunft mehr hatte – höchstens auf der Tribüne – zeichnete sich bereits gegen Ende der Hinrunde ab. Eine Situation, die dem FCB in die Karten spielte und es möglich machte, den Neu-Nationalspieler, der sich zuletzt in Topform befand, früher als geplant zu holen.

«Mit der heutigen Unterzeichnung des Spielervertrages hat der FC Basel eine ursprünglich auf Sommer 2016 geplante Verstärkung seiner Offensive quasi vorgezogen», erklärt auch FCB-Präsident Bernhard Heusler auf der vereinseigenen Homepage. Aber Heusler weiss auch, dass die Verpflichtung Steffens bei den Fans umstritten ist: «Wir haben uns, wie wir es bei allen Transfers neuer Spieler tun, nach sorgfältiger Beurteilung unserer Bedürfnisse und Herausforderungen dazu entschieden, Renato Steffen zu verpflichten. Selbstverständlich haben wir auch berücksichtigt, dass dieser Wechsel neben positiven auch negative Reaktionen auslösen kann.»

Und diese liessen nicht lange auf sich warten. Nur Minuten, nachdem der FCB den Vollzug auf Facebook vermeldete, musste er die Fans bereits beruhigen und um «eine gemässigte Tonalität in den Kommentaren» bitten. Jegliche Kommentare unter der Gürtellinie würden sofort wieder gelöscht. Und davon gab es in kürzester Zeit zahlreiche.

Tweet

Tweet Steffen

Wie Heusler sagt, hätten die diversen Gespräche mit Renato Steffen aber dazu geführt, dass man absolut überzeugt sei, mit diesem Engagement das Richtige im Interesse des FCB zu tun. «In erster Linie freuen wir uns darüber, dass sich der Spieler für den FCB und damit nicht für den leichtesten Weg entschieden hat, und hoffen, Renato Steffen in Basel ein Umfeld zu bieten, in dem er seine Fähigkeiten als schneller und trickreicher Flügelspieler entfalten kann.»

Und der Spieler meldete sich zu seinem Transfer auch noch selber zu Wort: «Natürlich bin ich mir bewusst, dass dieser Wechsel Emotionen auslöst. Auch wenn es für mich einige Anfragen anderer Clubs gab, so habe ich mich nach Abwägen aller Faktoren mit grosser Überzeugung dazu entschieden, beim FCB zu unterschreiben.»

Umfrage

Steffen, der in der laufenden Saison von YB in 14 Spielen eingesetzt wurde und dabei drei Tore erzielte, bestritt insgesamt 100 Wettbewerbsspiele für die zwei Berner Vereine in denen ihm total 25 Tore gelangen. Der Aargauer, der beim FCB künftig das Trikot mit der Rückennummer 24 tragen wird, fliegt bereits morgen Mittwoch mit der 1. Mannschaft ins Trainingslager nach Marbella.

Über die Höhe der Ablösesumme, die der FC Basel den Young Boys zu überweisen hat, wurde Stillschweigen vereinbart.