Der Schweizer Arbeitsmarkt hat den Frankenschock erstaunlich gut weggesteckt. Das zeigt sich ziemlich genau zwei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die damals herumgereichten Horrorszenarien sind nicht eingetreten. Gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat sich die Arbeitlosenquote seit Ende 2015 von 3,2 Prozent auf 3,3 Prozent erhöht. Für 2017 und 2018 prognostiziert das Seco einen Rückgang auf 3,2 und 3,1 Prozent. Und auch die Credit Suisse ist optimistisch: 2017 werde die Schweizer Industrie erstmals seit dem Frankenschock wieder leicht wachsen.

Ob man den Blick zwei Jahre in die Vergangenheit richtet oder in die Zukunft: Es scheint sich nicht viel zu bewegen am Schweizer Arbeitsmarkt. Doch hinter dieser Stabilität steht nicht nur die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft, sie verbirgt auch mögliche Bruchstellen. Die Trends werden sich nicht aufhalten lassen. Der Strukturwandel in der Beschäftigung wird sich fortsetzen, davon ist auch das Seco überzeugt. Sie dürfte im Gesundheitswesen und in staatsnahen Diensten weiterwachsen und in Industrie und Gewerbe bestenfalls stagnieren. Schon das allein sollte uns nicht zu zufrieden machen: Wie nachhaltig ist eine Entwicklung, wo der Privatsektor an den Rand gedrängt wird?

Noch nicht einmal eingerechnet dabei ist der Megatrend Digitalisierung. Es handelt sich nicht um den ersten Schub von Automatisierung. Und schon immer haben industrielle Revolutionen nicht nur Arbeitsplätze vernichtet. Sie haben im Nachhinein mehr Stellen geschaffen. Eine Garantie, dass das auch diesmal so sein wird, gibt es aber nicht.