Was für ein Schlamassel. Der Sicherheitsdirektor reicht Strafanzeige ein, die Kommunikationsabteilung des Sicherheitsdepartements versendet eine geharnischte Gegendarstellung und am Ende müssen sie doch eingestehen: Es gibt ein polizeiliches Dokument, auf dem eine Anweisung Dürrs vermerkt ist, die Besetzung des Hauses sei zu dulden. Damit ist die Luft draussen aus den behördlichen Attacken gegen die «Basler Zeitung».

Was denn nun wahr ist, ist schwierig zu beantworten. Dass Dürr nach dem Einsatz diesen als Beispiel dafür nimmt, dass sich die Politik eben nicht einmischen solle, spricht für seine Darstellung. Ebenso, dass Peter Kötter seinem Departementsvorsteher den Rücken stärkt. Einer der wenigen Offiziere, die aus dem Korps kommen, einer, der Dürr nichts schuldet und weitherum als absolut integer bekannt ist.

Also bleiben etliche Fragen offen: Wie kam dieser Eintrag in das Polizeijournal zustande? Wer bei der Polizei gab dieses Dokument an die Medien weiter? Und vor allem, warum? Wer auch immer es war, er hat es geschafft, die Departementsleitung ganz schön alt aussehen zu lassen. Die offizielle Kommunikation humpelte den Ereignissen hinterher, musste permanent reagieren und geriet so gehörig ins Hintertreffen.

Die Strafanzeige Dürrs wäre ein starkes Zeichen gewesen, hätte es besagten Eintrag nicht gegeben. Nun, da klar ist, dass es ein offizielles Dokument mit diesem Inhalt gibt, droht dem Sicherheitsdirektor ein gewaltiger Rohrkrepierer. Vor allem aber muss sich Dürr nun fragen, ob er die Lage innerhalb seines Departements noch im Griff hat. Es scheint Personen zu geben, die ihm ganz bewusst schaden wollen und sich dabei nicht ungeschickt anstellen. Feige, aber nicht ungeschickt.