Das Wahlchaos in Allschwil lässt sich in einem Wort zusammenfassen: peinlich. In der mit 20 000 Einwohnern grössten Gemeinde des Baselbiets darf so etwas nicht passieren. Für Städte in solcher Grösse gelten eben automatisch höhere Ansprüche, auch wenn sich das Wahlbüro genau wie in kleinen Dörfern aus Freiwilligen zusammensetzt. Diesen Einsatz dankt man ungern mit Kritik und scharfen Worten. Doch das ist eben die Krux mit dem Milizsystem: Es ist Fluch und Segen zugleich. 

Der Fluch zeigt sich nun in Allschwil. Denn der Fehler bei der Berechnung des absoluten Mehrs zieht schnell weitere Fragen nach sich: Wenn das Wahlbüro schon bei solchen Grundlagen seiner Arbeit patzt, kann ich mich dann darauf verlassen, dass die Stimmen korrekt ausgezählt wurden? Und was bedeutet das in Bezug auf die Abstimmungen? In Allschwil lagen am vergangenen Wochenende Ja und Nein zur Heiratsstrafe-Initiative gerade einmal acht Stimmen auseinander. Da haben bereits kleine Fehler einen grossen Effekt. 

Dass die Kandidierenden und die Bevölkerung in Allschwil etwas länger auf das richtige Resultat warten mussten, ist hier Nebensache. Viel schwerer wiegt, dass solche Vorfälle das Vertrauen der Wähler in die Behörden trübt. Dieses Wochenende feierten wir schweizweit eine ausserordentlich hohe Wahlbeteiligung. Eine schöne Abwechslung in Zeiten, in denen über Politikverdrossenheit geklagt wird. Das Vertrauen der Stimmberechtigten darf nicht mit peinlichen Fehlern im Wahlbüro verspielt werden. Denn das ist Gift für die Demokratie.