Heute startet die 21. Ausgabe des Basler Traditionsfestivals Bscene. Wie jedes Jahr überzeugt das Festival mit einer Bandbreite von Musikrichtungen und Stilen. Im Interview erklärt Geschäftsleiterin Luisa Bitterlin, unterstützt von Kommunikationschefin Nicole Saladin, das Erfolgskonzept und bevorstehende Highlights des diesjährigen Bscene.

Der offizielle Trailer des Bscene 2017

Bscene Clubfestival am 17./18. März 2017 in Basel

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Bereits zum 21. Mal findet das Bscene in Basel statt. Wie hebt sich die diesjährige Ausgabe von den vorherigen 20 Ausgaben ab?

Luisa Bitterlin: Wie jedes Jahr, legen wir auch dieses Mal grossen Wert auf die ausgedehnte Spanne von verschiedenen Stilen und Musikrichtungen. Denn das Bscene soll für jeden etwas bieten. Zudem gibt es dieses Jahr zahlreiche Specials, die den Event bereichern.

Wie hat sich das Bscene über die vergangenen 20 Jahre verändert?

Bitterlin: Das Festival ist in den letzten 20 Jahren organisch gewachsen und hat sich notwendigerweise auch weiterentwickelt. Es ist für die Organisatoren des Bscene immer wichtig gewesen frisch zu bleiben und sich stets wieder neu zu definieren. Als regionales Festival gestartet, ist das Programm heute auch mit nationalen und internationalen Künstlern bestückt und geniesst eine grosse Ausstrahlungskraft über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus.

Soll das Bscene irgendwann mit den grossen Schweizer Openairs, wie dem St. Gallen oder dem Frauenfeld, mithalten können?

Nicole Saladin: Nein. Denn das Festival soll nach wie vor regionalen und lokalen Bands eine Plattform bieten. Aus diesem Grund haben wir sichergestellt, dass die Hälfte der Acts aus Basel und der Region kommt. Dieses Jahr spielen 38 regionale, 25 nationale und 7 internationale Bands am Bscene. So bieten wir den Bands die Möglichkeit, sich mit überregionalen Bands auszutauschen und so von deren Erfahrungen und Erlebnissen zu profitieren.
Bitterlin: Jedoch hat sich auch die Zuschauerbreite über die Jahre vergrössert. Obwohl die Mehrheit immer noch aus der Stadt oder dem Kanton Baselland stammt, dürfen wir auch immer mehr Besucher aus anderen Schweizer Städten begrüssen. Das Beatboxbattle lockt sogar internationale Gäste an, was uns natürlich sehr freut. Die Besucherzahlen sollen jedoch nicht weiter expandiert werden. Mit 7000 bis 8000 Zuschauern pro Ausgabe haben wir die optimale Grösse erreicht.

Das Finale des Grand Beatboxbattle zwischen Krnfx und Skiller am Bscene 2011.

Sie haben vom Grand Beatboxbattle gesprochen, ist dieses mittlerweile ein fester Bestandteil des Bscene?

Bitterlin: Ja, dieses Jahr wird das Grand Beatboxbattle bereits zum neunten Mal in Folge durchgeführt, jeweils mit grossem Ansturm. Und dieser ist nicht nur national. Wir haben über
40 internationale Beatboxer am Start — allesamt hoffentlich mit Fanklub.

Gibt es weitere Specials?

Bitterlin: Ein ganz spezieller Event ist sicher das «8x15» von SRF Virus im Kasernen Rossstall. Dies ist beinahe schon ein eigenes Mini-Festival innerhalb des Bscenes. Denn von 21 Uhr bis Mitternacht werden dort acht Bands jeweils 15 Minuten lang auftreten. Ein weiteres Highlight ist definitiv das Opening Special. Unter dem Namen «Bigband meets Popszene» musiziert die Bigband gemeinsam mit Anna Gosteli, Anna Aaron und Greis. Das musikalische Zusammenspiel ist am Freitagabend ab 21 Uhr in der Reithalle der Kaserne zu sehen.

Gleich drei Bands werden am Samstag ihre Platten taufen. Das muss Sie als Veranstalter sicher freuen.

Bitterlin: Auf jeden Fall. Die drei Release Parties werden alle am Samstagabend stattfinden. Speziell ist dabei auch, dass alle drei Bands aus verschiedenen Genres kommen. Zum einen taufen Kush Karisma ihr neues Hiphopalbum in der Kaserne, während im «Terrorsamba» die Space Tourists ihre Indie-Musik einweihen. Die dritte Plattentaufe findet dann wieder in der Kaserne statt: Die Metalband Sons of Morpheus feiern ihr neues Werk im Rossstall.

Kush Karisma – BÂLΩNCE

Space Tourists – «Beacon» (Live at Bungi)

Sons Of Morpheus - Album Teaser Nemesis

Metal hörte man in den letzten Jahren eher weniger am Bscene ...

Bitterlin: Das ist so. Dieses Jahr wird sich das aber ändern und es gibt wieder mehr Metal. Neben den Sons of Morpheus werden am Samstag auch Schammasch und Zatokrev im Rossstall auftreten. Wir möchten dem Metal, oder in diesem Falle Noise Metal, eine grosse Plattform bieten. Die Kaserne bietet dafür die optimale Location.

Gibt es noch weitere Überraschungen, die man dieses Jahr am Bscene antreffen kann?

Bitterlin: Mundart! Am Samstagabend wird es in der Monkey Bar eine Mundartbühne geben. Dort werden die ostschweizerischen Dachs, das Duo Noti Wümié — bestehend aus Benjamin Noti und Greis — und die Basler Band Octanone das Publikum in unserer Landessprache begeistern.

Alles, was es braucht, um das Bscene 2017 zu geniessen

Wann?

Das Festival findet heute Freitag, 17. und morgen Samstag, 18. März, statt. Die Konzerte beginnen gegen 21 Uhr, von da an läuft die Feier bis spätestens 4 Uhr, wenn die letzten Afterpartys enden. Die Abendkasse öffnet um 19 Uhr.

Wo?

Der Freitagabend ist Kleinbasel gewidmet. Alle Clubs befinden sich dort in nächster Nähe und sind daher gut zu Fuss erreichbar. Dazu gehören unter anderem anderem das «Hirscheneck», das «Terrorsamba», die Kaserne oder das «Sud». Am Samstagabend stossen noch einige Locations aus Grossbasel dazu, wie beispielsweise das «Atlantis», die «Monkeybar» oder das Sommercasino.

Wie kann ich zuhören?

Die Konzerte und Clubs sind für alle zugänglich, die ein Festival-Bändeli besitzen. Die Besucher erhalten das Festival-Bändeli vor Ort im Austausch gegen ein Ticket. Die Tickets lassen sich im Vorfeld auf www.starticket.ch oder mit einem kleinen Aufpreis an der Abendkasse beziehen.

Wie viel muss ich bezahlen?

Ein Ein-Tages-Pass kostet 30 Franken, für Studenten, Schüler, Lehrlinge und AHV oder IV-Bezüger 25 Franken. Ein Zwei-Tages-Pass kostet regulär 50 Franken, ermässigt noch 40 Franken. Der Aufpreis an der Abendkasse beträgt vier Franken. Zudem besteht noch die Möglichkeit, ein Soli-Ticket zu beziehen. Mit diesem Ticket zahlt der Gast drei Franken mehr, die an die unabhängige Hilfsorganisation «Be Aware and Share» gespendet werden.

Die Organisation agiert direkt an den Brennpunkten der europäischen Flüchtlingsrouten mit verschiedenen Mitteln. Dazu gehört unter anderem das Errichten von Küchen und Verteilstationen oder das Betreiben von Schulen und Jugendtreffs.

Wer darf ans Bscene?

Generell ist der Eintritt ab 16 Jahren. Für jüngere Besucher gibt es dennoch die Möglichkeit das Bscene zu besuchen. Unter 16-Jährige müssen auf der Website
des Veranstalters ein Formular ausfüllen und in Begleitung Erwachsener sein.

Wer steckt hinter der Organisation?

Geschäftsführerin Luisa Bitterlin wird von einem ehrenamtlichen Team aus sieben weiteren Mitgliedern unterstützt. Diese befassen sich das ganze Jahr über mit der Vorbereitung für das Bscene. Kurz vor dem Festival selbst verdoppelt sich die Grösse des Teams. Es wird um ein achtköpfiges OK erweitert.

Wen werde ich sehen?

Am Bscene 2017 werden über 70 regionale, nationale und internationale Bands aus verschiedensten Genres auftreten. Von Indie, über Hiphop, über Rock zu Electro Pop ist alles vertreten. Die genauen Spielzeiten der einzelnen Bands sind über die Website aufrufbar. Die offizielle Webseite lautet www.bscene.ch.

Nach welchen Kriterien werden die Bands ausgesucht?

Bitterlin: Meist steht ein Club unter einem gewissen Schwerpunkt, wie eben beispielsweise Mundart oder Metal, und die Slots werden dann mit Bands aus dem entsprechenden Genre gefüllt.
Saladin: Die Bands können sich direkt bei uns bewerben und um einen Slot anfragen. Nach Ablaufen der Anmeldefrist Ende September, bestimmt eine achtköpfige Jury die Artisten für die nächste Bscene-Ausgabe.
Bitterlin: Leider müssen wir auch vielen Bands absagen. Dieses Jahr haben sich 320 Bands auf 70 Slots beworben. Natürlich schmerzt uns dies, aber wir freuen uns auch über das grosse Interesse.
Saladin: Die grosse Anzahl Anmeldungen macht es zudem möglich, dass wir das Programm so weitläufig und breit gefächert gestalten können.

Das klingt nach einem grossen Aufwand. Wie steht es denn um die Finanzierung des Festivals?

Bitterlin: Einerseits haben wir natürlich die Einnahmen der Tickets. Andererseits werden wir aber auch grosszügig von verschiedenen Sponsoren und Stiftungen unterstützt. Neben Geldspenden, erhalten wir auch zahlreiche Sachspenden, wie Getränke für die Artisten oder verbilligtes Catering. Zudem basiert auch viel auf freiwilliger Arbeit. Der achtköpfige Vorstand sowie das achtköpfige OK arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Die Geschäftsleitung arbeitet das ganze Jahr hindurch durchschnittlich 60 Prozent und ist somit die einzige bezahlte Stelle. In der intensiven Festivalphase haben wir dieses Jahr zudem eine entlöhnte Praktikantenstelle. Am Festival selbst unterstützen uns rund 70 Helfer. Diese erhalten eine kleine Entschädigung.
Saladin: Das Schöne ist, dass die meisten Helfer sich immer wieder melden. Dies zeigt, dass, nebst der Arbeit, das Festival auch grosse Freude macht. Wir versuchen, diese tolle Stimmung im Team zu fördern, sodass wir letztlich eine grosse Bscene-Family sind.

Diese Bscene-Family wird dieses Jahr Gerüchten zufolge um ein Mitglied ärmer, ist dies wahr?

Bitterlin: Ja, das ist so. Nach dieser Ausgabe wird Präsidentin Jennifer Jans zurücktreten. Wer den Präsidiumsposten übernehmen wird, ist intern jedoch noch nicht geklärt. Diese Pläne werden nach dem Bscene geschmiedet.
Saladin: Nichts verändern wird sich jedoch in der Geschäftsleitung. Luisa Bitterlin, und auch Programmchef Tobias Metzger werden uns auf jeden Fall weiterhin begleiten.
Welche Pläne bestehen sonst für die zukünftigen Ausgaben?
Bitterlin: Uns gefällt die Schiene, die wir momentan befahren. Wir ziehen uns jedes Jahr kurz nach dem Festival zurück und besprechen, was wir erneuern wollen und hinterfragen, was wir vielleicht noch besser machen können. Wir wollen auf jeden Fall weiterhin regionalen Bands fördern und ihnen diese wichtige Plattform bieten und den Austausch mit den internationalen und nationalen Bands beibehalten.