Verantwortlich für den Kälteeinbruch ist nach Angaben von Meteorologen aus Skandinavien kommende eiskalte Polarluft. In Polen starben nach Angaben der Behörden in den vergangenen Tagen zehn Personen an Unterkühlung. In einigen Regionen lagen die Temperaturen bei minus 25 Grad.

Damit stieg in Polen die Zahl der Kältetoten seit November auf 55. Weitere 24 Menschen seien seit Winterbeginn an Kohlenmonoxid-Vergiftungen gestorben, wie das Sicherheitszentrum der Regierung am Sonntag mitteilte. Sie hatten unter anderem giftige Gase aus Kohleöfen eingeatmet.

In Prag, der Hauptstadt des an Polen grenzenden Tschechiens, erfroren in der bislang kältesten Winternacht drei Personen, wie die tschechischen Rettungsdienste am Sonntag mitteilten. Zwei waren Obdachlose, der dritte war ein Parkwächter in Prag. Auch aus Ungarns Hauptstadt Budapest wurden weitere zwei erfrorene Obdachlose gemeldet.

Der eiskalte Winter mit heftigen Schneefällen hielt auch Bulgarien fest im Griff. Dorfbewohner fanden die Leichen zweier erfrorener Flüchtlinge. Einwohner in 90 Ortschaften mussten auch am Sonntag ohne Strom auskommen, da Schneestürme die Leitungen beschädigt hatten.

Wintersichere Schlafsäcke vom Papst

Italiens Regierung meldete am Wochenende sieben Kältetote. Die meisten von ihnen waren Obdachlose, die trotz einer Reihe von Massnahmen für ihre Unterbringung erfroren waren.

Papst Franziskus liess bei dem Kälteeinbruch in Italien spezielle Schlafsäcke an Obdachlose in Rom verteilen und Autos als Schutzraum bereitstellen. Ausserdem seien Hilfszentren länger geöffnet für diejenigen, die sich aufwärmen müssten, sagte der Päpstliche Almosenmeister Konrad Krajewski am Samstag der Nachrichtenagentur Ansa.

Die Kältewelle zog auch über die Türkei, wo am Sonntag in Istanbul wegen heftigen Schneefalls hunderte Flüge gestrichen wurden. Tausende Reisende sassen fest. Weiter nordöstlich feierten die Menschen in Russland am Samstag die kältesten orthodoxen Weihnachten seit 120 Jahren. In Moskau zeigte das Thermometer rund minus 30 Grad an.

Flüchtlinge in eingeschneiten Sommerzelten

In Griechenland sorgten Temperaturen von bis zu minus 17 Grad und ungewohnt starke Schneefälle am Wochenende für Chaos. Strassen waren nicht passierbar, in vielen Ortschaften und Städten brach die Strom- und Wasserversorgung zusammen. Mindestens zwei Personen kamen durch den Kälteeinbruch ums Leben, wie griechische Medien berichteten.

Besonders hart traf die Kälte einen Teil der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln der Ostägäis. Weil auf Chios und Lesbos nicht ausreichend beheizbare Wohncontainer zur Verfügung stehen, campen dort viele Menschen noch in Sommerzelten im Freien. Die Zelte sind mittlerweile eingeschneit, in den Lagern sei der Boden entweder eisig gefroren oder aber knöcheltief matschig, berichteten Flüchtlingshelfer.