Bei ihrem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) können die kurdischen Peschmerga-Kämpfer auf Munition des bundeseigenen Schweizer Rüstungsbetriebs Ruag zählen, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

Die Ruag Ammotec in Deutschland stellt Munition für die 8000 G36-Sturmgewehre her, die Deutschland in den nächsten Tagen an die Streitkräfte der kurdischen Regionalregierung im Irak liefert.  

Jiri Paukert, Sprecher der Ruag in Bern, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass der Schweizer Rüstungsbetrieb die deutsche Bundeswehr mit der fraglichen Munition beliefert: „Die Ruag in Deutschland ist eine von mehreren Lieferanten der Munition DM11 an die Bundeswehr.“ Einzelheiten etwa über den Umfang der Lieferungen an die Bundeswehr nannte Paukert nicht.

Zwar lässt sich die deutsche Bundeswehr noch von einem zweiten Hersteller mit der fraglichen Sturmgewehrmunition beliefern, doch traten bei dieser Munition zuletzt schwere Mängel auf.

Gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ hält Markus Beck, Sprecher Einsätze des deutschen Verteidigungsministeriums aber fest: „Es wird ausschliesslich nicht auffällig gewordene Munition geliefert werden.“

Die Bundeswehr werde im Rahmen der angelaufenen Hilfeleistung „insgesamt 4 Millionen Schuss G36-Munition an die Streitkräfte der kurdischen Regionalregierung im Irak ausliefern“, so der Sprecher. Deutschland liefert den Peschmerga insgesamt Waffen im Wert von 70 Millionen Euro, damit sie gegen die gut ausgerüsteten und finanzkräftigen Mord-Milizen des IS besser bestehen können.

Rechtlich gibt es aus Schweizer Sicht keine Hindernisse für die Lieferung der Munition an die Peschmerga. „Die Ausfuhr von in Deutschland produzierter Munition in den Irak unterliegt der Exportkontrolle der deutschen Behörden. Eine Zuständigkeit der Schweiz ist nicht gegeben“, zitiert die Zeitung eine Sprecherin des zuständigen Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) in Bern.

Die Ruag gilt als grösster Munitionshersteller in Europa. 2013 erzielte die Munitionssparte Ruag Ammotec einen Umsatz von 354 Millionen Franken. (sda)