Der Putschversuch vom 17. Juli des vergangenen Jahres war ein einschneidendes Erlebnis in der Türkei. Heute wurde bekannt, dass der seither verhängte Ausnahmezustand um drei weitere Monate verlängert wird.

Eine entsprechende Verlängerung hat das Kabinett unter Vorsitz von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag beschlossen. Mit dem Ausnahmezustand schuf Erdogan die Voraussetzung für Massenverhaftungen. Inzwischen sollen schon 32'000 Verdächtige inhaftiert worden sein.

Gleichzeitig verschickt die türkische Botschaft in der Schweiz an Chefredaktionen von Medienhäusern, darunter auch der "Nordwestschweiz", eine Neujahrskarte mit dem Titel: "Terror is a crime aganist humanity" (Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit). Absender ist der oberste Presseverantwortliche der Türkei, Mehmet Akarca. Aufgeklebt ist ein Marmorsplitter, der vom türkischen Parlamentsgebäude stammen soll, welches beim Putsch teilweise zerbombt wurde.

Ein Marmorsplitter des Parlamentsgebäudes, das beim Putschversuch teilweise zerbombt wurde.

Ein makaberer Gruss der türkischen Regierung zum Neujahr.

Ein Marmorsplitter des Parlamentsgebäudes, das beim Putschversuch teilweise zerbombt wurde.

Die türkische Regierung macht die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen für den Putsch verantwortlich. Gülen lebt in den USA. Die Türkei hat formell seine Auslieferung beantragt.

Das Stück Marmor sei ein Symbol der Hingabe der Türkei an die Demokratie, schreibt Akarca in der Karte. Er wünsche ein frohes neues Jahr und dass wir die Demokratie in ihrem "vollsten" Sinn geniessen sollen.

Insgesamt hat die Türkei nach eigenen Angaben 4000 solcher Neujahrskarten in 18 Länder verschickt.

Bilder vom Putschversuch im Juli 2016