Es war genau 16.45 Uhr, als Lin den letzten Punkt machte, der ihm einen weiteren Turniersieg und ein Preisgeld von 10'000 Schweizer Franken eintrug. Diese Summe steht im Tennis einem Spieler bei, der bei einem Grand-Slam-Turnier in der 1. Runde (1/64-Final) ausscheidet.

Die Ausmarchung im Männer-Einzel war das von allen Besuchern erhoffte und vom Veranstalter gewünschte Traumfinale. Der Vergleich zweier Akteure, welche das Ge- stern und Heute (Lin) sowie wohl das Morgen (Shi) repräsentieren. Ein Generationen-Duell, das in China von über 350 Millionen Menschen live im Fernsehen, zur allerbesten Sendezeit notabene, verfolgt wurde. Das Schlussbouquet wurde nicht ganz zum erhofften Feuerwerk, weil sich „Oldie but Goldie“ Lin Dan als zu stark erwies.

Revanche von London

Oder „Youngster“ Yuqi Shi zu fehlerhaft spielte und eher über die Spielkunst seines Rivalen zu staunen schien als ihn in Bedrängnis bringen zu wollen. Dass vor einer Woche Shi in London, bei den All England (ein Super-Series-Turnier und damit in einer höheren Kategorie als die Swiss Open in Basel), im Semi-Finale den Basler Turniersieger sicher bezwungen hatte, sei auch noch erwähnt.

Doch mit Dan Lin hatte Basel den richtigen Turniersieger. Ein Mann, der nicht nur Insidern bekannt ist, sondern auch von Leuten, die allgemein an Sport interessiert sind, erkannt wird. Und mit allergrösster Wahrscheinlichkeit war es sein letzter Auftritt in der Stadt am Rheinknie. Es ist anzunehmen, dass China an der WM 2019 auf jüngere Kräfte setzen wird mit allergrösster Wahrscheinlichkeit wird einer der Teilnehmer dann Yuqi Shi sein.

Dan Lin gewann das Swiss Open in Basel. Im Final setzte er sich mit 21:12, 21:11 gegen Shi Yuqi durch.

Dan Lin gewann das Swiss Open in Basel. Im Final setzte er sich mit 21:12, 21:11 gegen Shi Yuqi durch.

Vorfreude herrscht

Dass das Männerfinale das schnellste Finale war, war nicht voraussehbar. Überhaupt gingen vier der fünf Endspiele „nur“ über zwei Sätze; einzig im Männer-Doppel  erlebte das fachkundige Publikum einen Dreisätzer, der 54 Minuten dauerte und die Zushauer zeitweise von den Sitzen riss. OK-Präsident Christian Wackernagel konnte insgesamt 16'000 Besucher an den sechs Turniertagen (am Dienstag und mittwochs war freier Eintritt) in der „Joggelihalle“ begrüssen. Und bei allen ist die Vorfreude auf die Weltmeisterschaften 2019 schon jetzt spürbar.