Die Qual der Wahl – so bezeichnet Urs Fischer die Situation, sich Woche für Woche für einen seiner Stürmern entscheiden zu müssen. Drei Kandidaten hat der Cheftrainer des FC Basel für eine Position, die in seinem präferierten 4-2-3-1-System jeweils nur einer aus dem Trio Marc Janko, Seydou Doumbia und Andraz Sporar besetzen kann.

Aber zumindest für das Spiel von morgen gegen den FC Lausanne wird die Qual etwas kleiner. Fischer muss sich nur noch zwischen zwei seiner Stürmer entscheiden. Denn: Sporar ist krank.

Was bereits im Training am Freitagmorgen auffällt, weil er der einzige Spieler der ersten Mannschaft ist, der nicht auf dem Platz steht, bestätigt Fischer in der Vorschau-Pressekonferenz. «Ihm geht es gar nicht gut. Er hat eine Virusinfektion und fällt sicher aus.»

Das ist bitter für Sporar, der sich in den ersten zwei Spielen der Rückrunde so etwas wie die Pole-Position für den Startplatz in Fischers System hatte erspielen können. Beide Male lief er von Anfang an auf, Janko und Doumbia kamen je einmal von der Bank.

Gegen Lausanne wird nun einer der beiden Routiniers zum Zug kommen. In der Hinrunde, als Sporar noch grösstenteils verletzt zuschauen musste, hatte Fischer eine klare Linie: Janko und Doumbia wechselten sich jeweils mit Einsätzen von Anfang an ab.

Auch nach den ersten beiden Rückrundenspielen zeichnet sich ab, dass dem auch im 2017 wieder so ist – auch wenn es sich bislang um die Rolle des Jokers, nicht mehr um jene des Fixstarters handelt. Bleibt Fischer seiner Linie treu, wäre gegen Lausanne Janko an der Reihe, sass er doch vor Wochenfrist gegen Thun über die volle Dauer auf der Bank.

Delgado muss pausieren

Rotation wird es morgen aber nicht nur auf der Position des Stürmers geben, sondern auch auf jener direkt dahinter. Auch hier ist Fischer gezwungen eine Alternative zu suchen, weil Matías Delgado die ganze Woche über aufgrund einer Entzündung im Zeh hatte zuschauen müssen. Auch wenn er gestern wieder auf dem Platz stand, komme das Spiel gegen Lausanne zu früh. «So eine Entzündung ist unheimlich schmerzhaft», erklärte Fischer.

Ersetzen könnten ihn Alexander Fransson, der auf seiner angestammten Sechserposition wohl Serey Die Platz machen muss, Luca Zuffi oder auch Mohamed Elyounoussi, der von der Seite ins Zentrum rücken könnte.

Problemzone 3

Die Aufgabe an die neu formierte Offensive ist, egal wie deren Besetzung denn aussieht, für Fischer klar: Das Spiel in Zone drei – also in den 25 Metern vor dem gegnerischen Tor – muss besser werden. «In diesem Bereich war der Auftritt in Thun zu wenig. Viel zu wenig. Wir haben zu ungenau gespielt und hatten zu viele Ballverluste.»

Etwas, dass sich gegen eine «spielstarke Mannschaft», wie Fischer den morgigen Kontrahenten nennt, rächen könnte. Denn auch wenn die Lausanner nach starkem Saisonstart mittlerweile auf Platz acht der Tabelle abgerutscht sind, darf nicht vergessen werden, wie schwer sich der FCB in den letzten beiden Spielen gegen sie getan hat. Zwei Mal gab es nur ein 2:1 für die Basler, zwei Mal mussten sie einem Rückstand nachlaufen und das Spiel drehen.

Im Rückspiel im Joggeli gelang dies nur in extremis. Erst in der 91. Minute konnte Marek Suchy, der morgen die Captainbinde tragen wird, ausgleichen. Und erst in der 92. Minute konnte der FCB das Spiel zu seinen Gunsten ummünzen. Erzielt hat das Siegtor damals Marc Janko. Ein gutes Omen für den Österreicher.