Aarau
Bleibt der Bus in der Altstadt? Stadtrat lässt Linienführung überprüfen

Werden künftig weniger Bus- und Postautolinien durch die Aarauer Altstadt führen – oder gar keine mehr? Der Stadtrat hat die Prüfung der Linienführung in Auftrag gegeben. Damit reagiert er auch auf politische Vorstösse.

Nadja Rohner
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Bus in der Altstadt Aarau (hier am Maienzug-Vorabend 2020).

Bus in der Altstadt Aarau (hier am Maienzug-Vorabend 2020).

Nadja Rohner

Neben dem Stadion und der Bahnhof-«Wolke» ist die Buslinienführung durch die Altstadt wohl eines der meistdiskutierten Themen in Aarau. Diverse Politikerinnen und Politiker haben schon gefordert, dass die Busse und Postautos nicht mehr – oder nicht mehr in so grosser Anzahl – durch die verkehrsberuhigten Gassen fahren, zuletzt im Postulat «Busfreie Altstadt». Und kürzlich hatten sowohl die Busbetrieb Aarau AG als auch Postauto berichtet, die Altstadtdurchfahrt würde zunehmend schwieriger, weil sich die verschiedenen Anspruchgruppen im Weg sind.

Wie der Stadtrat nun mitteilt, hat er den Auftrag zur Überprüfung der Buslinienführung erteilt. Dies im Rahmen der zweiten Etappe des Gesamtverkehrskonzepts Region Aarau, welche nun anläuft. «Die Überprüfung der Busführung im Perimeter der Altstadt erfolgt prioritär als eines der ersten Teilprojekte, da die Busführung in diesem Bereich grosse Auswirkungen auf zahlreiche weitere Teilprojekte hat», schreibt der Stadtrat. «In der Überprüfung soll die Altstadt nicht isoliert betrachtet werden, denn eine Umfahrung bietet unter Umständen Synergiepotenzial zur Behebung anderer Versorgungslücken.

Aus diesem Grund sollen die städtischen ÖV-Ziele im Altstadtumfeld miteinbezogen werden, dazu zählen: eine bessere Erschliessung des Schachens, eine allfällige Verbesserung der ÖV-Erschliessung im Bereich Laurenzenvorstadt sowie eine optimalere Erschliessung des Ostteils des Aareraums Süd.» Dem Stadtrat ist es wichtig, dass die Erschliessungsqualität der Altstadt gleich bleibt und die Anschlusssicherheit am Bahnhof gewährt ist.

Die Überprüfung soll Anfang 2022 abgeschlossen sein. Bis dann ist auch klar, ob und in welchem Umfang im Bereich Bahnhofstrasse/Kasinostrasse ein Versuchsbetrieb mit einer geänderten Verkehrsführung stattfindet. Der Kanton, dem die Bahnhofstrasse gehört, bereitet diesen gemeinsam mit der Stadt vor. Stadtrat Werner Schib hatte ihn im Februar noch für dieses Jahr angekündigt. Man sei vorwärts gekommen, sagt er nun auf Anfrage, es seien aber noch Punkte zu klären.

Busfreie Altstadt schon diesen Sommer?

Vor einigen Wochen hatte das Regionaljournal von Radio SRF berichtet, es gebe diesen Sommer möglicherweise während zwei Wochen eine busfreie Altstadt. «Das hat aber erstens nichts mit der gestarteten Überprüfung der Buslinienführung in und um die Altstadt zu tun und ist zweitens auch noch nicht entschieden», sagt Anna Borer, Leiterin Stadtentwicklung.

Sie erklärt: «Die Idee kommt von der Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Stammtisch Einkaufsstadt. Im Zentrum stand die Frage, wie die Altstadt den Sommer über aufgewertet werden könnte. Das laufende Projekt der Stadt hat zum Ziel, Akzente in den unterschiedlichsten Bereichen zu setzen. Wir kamen zur Erkenntnis, dass die Aufenthaltsqualität steigen würde, wenn keine Busse durch die Altstadt fahren. Aus unserer Sicht ist es deshalb prüfenswert, ob man dies während zwei Wochen in den Sommerferien, wenn im Rest der Stadt weniger Verkehr herrscht, umsetzen könnte.» Im Lead sei jedoch der Kanton als Besteller des Angebots. Die Gespräche laufen, sagt Anna Borer.

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