Aarau
«Beim Bahnhof brennt es»: Fehlalarm wegen Dampflok – und das inmitten von Regen und Hagel

Die Feuerwehr Aarau rückte am vergangenen Sonntag vergebens aus. Grund dafür ist eine Dampflok, deren Rauch Passanten wohl verwirrt hatte.

Daniel Vizentini
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Die "Pacific 01 202", hier im Jahr 2016 auf der Fahrt durchs Freiamt, hat am Sonntag in Aarau einen Feuerwehreinsatz ausgelöst.

Die "Pacific 01 202", hier im Jahr 2016 auf der Fahrt durchs Freiamt, hat am Sonntag in Aarau einen Feuerwehreinsatz ausgelöst.

Toni Widmer

Die heftigen Regengüsse samt Hagel hielten die Aarauer Feuerwehr am letzten Sonntagabend auf Trab: 14 Mal musste sie wegen überfluteten Kellern und Garagen ausrücken.

Als ob dies nicht genug wäre, ging kurz vor 19 Uhr ein Notruf ein: Am Bahnhof Aarau brenne es, hiess es. Ein Passant meldete dies der kantonalen Notrufzentrale eine «starke Rauchentwicklung». Diese alarmierte darauf die Aarauer Einsatzkräfte, die umgehend sechs ihrer Feuerwehrleute samt Tanklöschfahrzeug zum Bahnhof schickten.

Dampflok ist der Auslöser

Dort angekommen, war aber kein Feuer auszumachen. Ein SBB-Angestellter vor Ort sagte den erstaunten Feuerwehrleuten, dass soeben eine Dampflok von Aarau in Richtung Olten abgefahren sei. Ein Feuerwehrmitglied aus Schönenwerd meldete darauf per Funk, dass die Dampflok gerade dort vorbeigefahren sei und entsprechend Dampf abgelassen habe.

Wahrscheinlich hatte der Dampf der alten Lokomotive beim Passanten den Eindruck erweckt, dass es beim Bahnhof Aarau gerade brannte.

Dank einem aufmerksamen Leser und Dampflokomotiven-Fan ist der Zug nun auch identifiziert: Es muss sich um die "Pacific 01 202" handeln, die am Sonntagabend am Ende einer zweitägigen Reise nach Schaffhausen auf dem Rückweg nach Lyss war und kurz vor 19 Uhr Aarau passierte.

Die Rauchentwicklung ist enorm – Video aus Wildegg:

Trotz der vielen Einsätze am Sonntag nahmen die Feuerwehrleute den Fall offenbar mit Humor. Laut Kommandant David Bürge war die Feuerwehr Aarau schon kurz nach 18 Uhr zu einem Brandmeldealarm an der Laurenzenvorstadt aufgebrochen. Auch dort brannte es nicht.

«Die Stützpunktfeuerwehr Aarau muss jederzeit bereit sein, mindestens zwei unabhängige Ereignisse bewältigen zu können», sagt Bürge mit Blick auf die gleichzeitig stattfindende Bewältigung der Unwetterschäden.