Tötungsdelikt

Bluttat in Aarau: Polizei verhaftet Kroaten (28) aus Region – dank «aufwendiger Ermittlungsarbeit»

Lange schien es, als tappe die Kantonspolizei Aargau beim Tötungsdelikt an der Erlinsbacherstrasse in Aarau im Dunkeln. Doch am Dienstagabend hat sie einen 28-jährigen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, die 66-jährige Hildegard Enz Rivola vor fast einem Monat getötet zu haben.

Ein 28-jähriger Kroate aus der Region steht im Verdacht, die 66-jährige Hildegard Enz Rivola am Donnerstag, 17. Januar, getötet zu haben. Die Aargauer Kantonspolizei hat den Mann am Dienstag verhaftet. Das teilt die Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen mit. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat gegen den Beschuldigten ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet. Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf. Das Schweizer Strafgesetzbuch sieht für eine vorsätzliche Tötung ein Strafmass von 5 bis 20 Jahren vor. 

«Nicht ein Hinweis aus der Bevölkerung hat zum Tatverdächtigen geführt»

«Nicht ein Hinweis aus der Bevölkerung hat zum Tatverdächtigen geführt»

Das sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, nach der Festnahme des Tatverdächtigen im Tötungsdelikt an der Erlinsbacherstrasse in Aarau.

Diese Strafe ist geringer als bei einem Mord. Bei einem solchen wird der Täter nicht unter zehn Jahren Haft verurteilt. Bei einem Mord handelt der Täter, im Unterschied zur vorsätzlichen Tötung, "besonders skrupellos", sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die Art der Ausführung sind "besonders verwerflich". 

70 Hinweise aus Bevölkerung

«Seit der Tat sind rund 30 Personen für die Sonderkommission im Einsatz», sagt Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Festnahme sind umfangreichen Ermittlungen vorausgegangen. «Aus der Bevölkerung sind rund 70 Hinweise eingegangen, die alle überprüft wurden. Zur Festnahme des Tatverdächtigen hat jedoch nicht ein Hinweis aus der Bevölkerung sondern aufwendige polizeiliche Ermittlungsarbeit geführt.»

Wie die Ermittler dem Mann auf die Spur kamen, welche Indizien gegen ihn sprechen und wo er festgenommen wurde, darüber schweigt die Staatsanwaltschaft. "Aus ermittlungstaktischen Gründen" könne sie derzeit keine weiteren Angaben dazu machen, sagt Strebel. Weitere Informationen sollen aber später folgen. Fragen an die Bevölkerung haben die Ermittler nicht mehr. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wird beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Untersuchungshaft stellen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kantonspolizisten durchsuchen das Gelände um den Tatort an der Erlinsbacherstrasse 40 in Aarau nach Hinweisen zur Täterschaft

Am Morgen nach der Tat vom 17. Januar 2019: Kantonspolizisten durchsuchen das Gelände um den Tatort an der Erlinsbacherstrasse 40 in Aarau nach Hinweisen zur Täterschaft

   

Zahlreiche Stichverletzungen

Die Tat vom 17. Januar geschah an der Erlinsbacherstrasse 40 in Aarau, der Wohnadresse des Opfers. Die Frau lebte dort allein mit ihrem Hund. Der Täter stach kurz nach 18 Uhr mit einem Messer mehrmals auf die Schweizerin ein. Die Kantonspolizei schrieb von "zahlreichen Stichverletzungen".

Nachbarn hörten die Frau um Hilfe rufen und eilten zu ihr. Sie lag blutüberströmt am Boden vor dem Wohnungsseingang. Die Nachbarn alarmierten sofort den Notruf und leisteten Erste Hilfe, holten Wolldecken. Hildegard Enz Rivola wurde zwar noch per Ambulanz ins Spital gebracht, doch sie erlag dort am selben Abend ihren schweren Stichverletzungen.

Polizisten verteilten am Montag nach der Tat an der Aare in Aarau Flugblätter mit Bildern vom Todesopfer und ihrem Hund. Die Frau ging allmorgendlich mit ihrem Hund am Fluss zwischen Kraftwerk und dem Entennest in Schönenwerd spazieren. 

Am Tag nach der Flugblattaktion hatte die Polizei schon über 50 Hinweise sowie Videoaufnahmen aus der Umgebung erhalten. 

Tötungsdelikt Aarau: Polizei sucht mit Flugblättern nach Täter

21. Januar, mit den Medien im Schlepptau: Polizisten verteilen vier Tage nach der Tat an der Aare Flugblätter und sprechen Passanten an.

  

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