Staffelegg
Drei Tote in drei Jahren: Was tut eigentlich der Kanton gegen die vielen Unfälle bei Densbüren?

Sie gilt seit je her als Unfallstrecke: Gleich drei Tote und sieben Schwerverletzte forderte die Staffelegg-Passstrasse bei Densbüren in den vergangenen drei Jahren. Doch was macht der Kanton Aargau für mehr Verkehrssicherheit auf solchen, scheinbar hochgefährlichen Strassen?

Merken
Drucken
Teilen

September 2017: Ein 46-jähriger Deutscher kommt in einer Kurve bei Densbüren von der Strasse ab, kracht erst in mehrere Signalisationstafeln und schliesslich in einen Baum. Schwerverletzt muss der Automobilist mit dem Rettungshelikopter ins Spital geflogen werden.

Dieser Unfall ist nur einer von vielen, die sich in den letzten Jahren auf der berüchtigten Staffelegg-Passstrasse zugetragen haben. Längst hat die Strecke mit der gefährlichen Kurve darum den Ruf eines Unfallschwerpunkts bekommen.

Bilder des schweren Verkehrsunfalls in Densbüren im September 2017:

Der Selbstunfall ereignete sich am Sonntag um 17.30 Uhr auf der Staffeleggstrasse.

Der Selbstunfall ereignete sich am Sonntag um 17.30 Uhr auf der Staffeleggstrasse.

Kapo AG
Der Verunfallte war nicht ansprechbar, die Rettungskräfte fanden ihn im total demolierten Auto vor.

Der Verunfallte war nicht ansprechbar, die Rettungskräfte fanden ihn im total demolierten Auto vor.

Kapo AG

Anders sieht das der Aargauer Kantonsingenieur, Rolf Meier. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 sagt er: «Diese Strasse ist nicht per se gefährlich.» Man habe dort Massnahmen ergriffen und etwa die Stützmauern zur Hangsicherung versetzt, um die Übersicht vor der Kurve zu verbessern. Auch sorge eine zusätzliche Kurvenmarkierung für eine Erhöhung der Aufmerksamkeit.

Auch Leitplanken entlang der Kurve seien bereits ein Thema gewesen. Auf solche habe man aus guten Gründen aber verzichtet. Rolf Meier dazu: «Leitplanken können den Unfallfahrer zwar schützen. Bei dichtem Verkehr kann es so aber zu Frontalkollisionen kommen, die noch mehr Verletzte fordern.»

Auch wenn die Passstrasse bei Densbüren in den vergangenen drei Jahren drei Todesopfer und insgesamt sieben Schwerverletzte forderte, hat der Kanton die Strecke als genügend sicher eingestuft. Der Kantonsingenieur führt gegenüber Tele M1 auch andere Faktoren als die Strasse selbst auf, die zur Häufung der Unfälle beitragen. So führten oft die mangelnde Konzentration der Fahrer zu schweren Unfällen. Auch dichter Nebel und Feuchtigkeit seien oft ein Grund dafür.

Bei Streckenabschnitten wie jenem in Densbüren bleibt Meier daher nur das Appellieren an die Autofahrer: Die Fahrt muss den Gegebenheiten der Strasse angepasst werden. Schliesslich entscheidet der Kanton bei jedem Unfall und jeder Baustelle neu, ob der betreffende Abschnitt sicherer gemacht werden muss. (luk)

Die Entschärfung von Unfallschwerpunkten war auch Thema in der Sendung «Fokus» auf Tele M1. Die ganze Sendung sehen Sie hier: