Aarau
Kurz vor dem grossen Abend: «Wann wird es endlich dunkel?»

Die Aargauer Zeitung war am Freitagabend unterwegs mit dem Bachfischet-Debütanten Eneas und seinen Gspändli vom Kindergarten Scheibenschachen 1. Ein Augenschein

Katja Schlegel (Text) und Annika Bütschi (Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Besammlung vor dem Regierungsgebäude
8 Bilder
Bachfischet in Aarau
Riesenfische «schwimmen» durch die Altstadt.
Bachfischet in Aarau
Bachfischet in Aarau
Bachfischet in Aarau
Bachfischet in Aarau
Bachfischet in Aarau

Besammlung vor dem Regierungsgebäude

Anika Bütschi

Noch ein letztes Probesingen. Zu Hause, vor kleinem Publikum. Die Vorhänge müssen zugezogen werden, schliesslich muss es dunkel sein. Wie echt. Eneas marschiert mit seinem Lampion durch die Küche, «de Bach isch do, de Bach isch do», vorbei am Esszimmertisch, «send alli mini Buebe do», in die Stube, «jo, jo, jo!» Das Fieber, das den kleinen Mann eben noch geplagt hat, ist verglüht. Jetzt ist es pure Vorfreude.

Elmar, der Elefant

Vor dem Regierungsgebäude stehen Eneas Gspändli vom Kindergarten Scheibenschachen 1. 18 Kinder sind es, vier davon sind Lausbuben, sagt Eneas. An den Haselruten baumeln bunte Elefanten. «Das ist Elmar, so heisst der Elefant aus dem Kinderbuch», erklärt der Vierjährige.

Die Aufregung ist gross. Zum allerersten Mal laufen die Kindergärtler beim Bachfischet mit. Und sogar für Kindergärtnerin Elisabeth Stay, die die Kinder in Zweierreihen sortiert, ist es eine Premiere. «Man braucht ein bisschen Nervosität vor einem grossen Auftritt, oder?», sagt sie und zündet die Kerzen in den Lampions an. Eneas wird ungeduldig, trampelt von einem Fuss auf den andern. «Wann wird es endlich dunkel?»

Den Applaus geniessen

Und dann wird es dunkel. Das Trommeln der Tambouren wird lauter, die ersten Lampions tanzen durch die Strassen. Dann dürfen sich Eneas und seine Gspändli einfädeln in diese Kolonne. In diesen wunderbaren Lichterzug durch die Altstadt, vorbei an den vielen, vielen Besuchern, die winkend und klatschend am Strassenrand stehen.

Singend ziehen sie dahin, geblendet von den Blitzen der Fotokameras. Manchmal wird es vor lauter Staunen etwas eng in den Reihen, die langen Haselruten verfangen sich in den Haaren oder Wollpullovern. Aber das macht nichts. Eneas ist ausgeschert, läuft ganz vorne links und singt für sich allein, «Fürio, de Bach brönnt.»

Im Schachen angekommen sitzen die Kindergärtler beim Pulverturm aufgereiht auf dem Trottoirrand. Jetzt ziehen die Weidlinge, die Kadetten der Stadtmusik und die grösseren Kinder vorbei. Mit Riesenfischen, Piraten-Laternen, Heissluftballonen, Blüten-Lampions, Bahnhofsuhren.

Sogar die Bushof-Wolke hat es auf das Seidenpapier geschafft. Eine Gruppe übermütiger Buben singt lauthals «FC Aarau, FC Aarau!». «Das ist nicht richtig», meint Eneas vorwurfsvoll. Aus dem Dunkeln tönt es: «Aber es ist auch schön.»