Schweizer Geschichte

Möbel Pfister historisch: Der Umzug von Basel nach Suhr war kein Zufall

Eine undatierte Aufnahme aus den Anfängen des Möbelhauses Pfister.

Eine undatierte Aufnahme aus den Anfängen des Möbelhauses Pfister.

Eine Witwe als Geschäftsleiterin, weisse Schaufenster und pfiffige Werbeslogans: die Geschichte von Pfister.

Als Möbel Pfister in Suhr sein neues Fabrik- und Verwaltungsgebäude mit der grossen Wohnausstellung eröffnet, bleiben die Schaufenster weiss. Es ist das Jahr 1939, es ist Krieg. Es gilt das Filialeröffnungsverbot. Trotzdem ist es der Beginn einer Ära.

Das Unternehmen Möbel Pfister ist beim Umzug nach Suhr bereits über 80 Jahre alt. Gegründet wurde es 1882 in Basel, vom «Trödler, Bettwaren- und Möbelhändler» Johann Jakob Pfister. Sein Händchen für schöne Sachen spricht sich rasch herum, das Geschäft floriert. Als Pfister 1912 stirbt, ist es seine Frau Margaretha Pfister-Christen, die die Geschäftsleitung übernimmt.

Der Durchbruch gelingt dem Unternehmen nach dem Ersten Weltkrieg unter der Führung von Sohn Fritz Gottlieb Pfister. 1922 wird die Zweigniederlassung in Zürich eröffnet, 1924 die «Wohnkunst-Ausstellung» in Bern. Bereits 1934 führt Pfister die «Sociale Versicherungskasse» für seine Mitarbeitenden ein.

Ikea-Gründer schleicht inkognito auf dem Pfister-Parkplatz herum

Dass das erfolgreiche Unternehmen 1939 von Basel nach Suhr zieht, ist kein Zufall. Fritz Gottlieb Pfister hatte sich als neuen Hauptsitz den Ort ausgesucht, wo sich die grossen Verkehrsachsen schneiden. 1940 wird auch der Hauptsitz nach Suhr verlegt. 1957 zählt das Unternehmen 500 Mitarbeiter, 18 Lastwagenzüge und Ausstellungen in Basel, Zürich, Bern, Suhr, Bellinzona, Lausanne, Genf und St. Gallen.

Als Fritz Gottlieb Pfister 1963 das Verwaltungsratspräsidium nach fast 50 Jahren an seinen engsten Mitarbeiter Edy Burkhardt übergibt, wird aus dem Möbelhaus ein Einrichtungshaus; nebst Möbeln werden auch Leuchten, Heimtextilien, Vorhänge und Teppiche verkauft. Es folgen die goldenen Jahre, für Pfister wie für Suhr. Die Anziehungskraft des Einrichtungshauses ist gewaltig: «Samstag für Samstag kam die halbe Schweiz nach Suhr gerollt», erinnert sich der ehemalige Suhrer Gemeindepräsident Beat Rüetschi.

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Pfister macht explizit Werbung mit seinen «1000 Parkplätzen». Und dank dem Slogan «Suhr ist eine Reise wert» ist das 7000-Seelen-Dorf schweizweit bekannt. Unvergessen ist auch die Geschichte über Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, der vor der Eröffnung der ersten Ikea ausserhalb von Schweden auf dem grossen Pfister-Parkplatz Marktforschung betrieb und die Kunden nach ihren Bedürfnissen fragte.

2006 wird nach über 120 Jahren das Wort Möbel aus dem Firmenlogo genommen, als neuer Name wird Atelier Pfister lanciert. Ein Name, der sich in der Bevölkerung nie durchsetzt. 2012 feiert das Unternehmen sein 130-Jahr-Jubiläum mit schweizweit 2000 Mitarbeitern und 21 Filialen.

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