Milchviehstall
Nach den Tieren kehrt auch der Alltag zurück auf den Binzenhof

Die Kühe sind wieder zu Hause auf dem Binzenhof. Die Umstellung vom Gretzenbacher Exil zum modernen Laufstall verlief problemlos.

Hermann Rauber
Drucken
Teilen
Kühe zurück auf dem Binzenhof
10 Bilder
Leichte Hanglage mit traumhaftem Blick auf Aarau und den Jura.
Susanne und Peter Knörr mit Sohn Robin und Hofhündin Jabba.
Den Kühen bereitet die Umstellung auf ihr neues Zuhause keine Mühe.
Ein Mistroboter hält den neuen Stall sauber.
Der neue Milchviehstall: Eine grosszügige Anlage mit viel Licht und frischer Luft.
So präsentiert sich heute ein moderner Laufstall.
Jabba macht Pause.
Robin Knörr hilft in seinen Herbstferien auf dem Hof seiner Eltern mit.
Die Kühe in ihrem neuen Zuhause.

Kühe zurück auf dem Binzenhof

Severin Bigler

Wir kehren langsam zur Normalität zurück», bilanziert der Aarauer Binzenhof-Bauer Peter Knörr die Gefühlslage nach einjähriger Bauzeit des neuen Milchviehstalls, den die 30 Kühe und 20 Kälber vor zwei Wochen bezogen haben. Die Umstellung vom vorübergehenden Exil in Gretzenbach zum modernen Laufstall im oberen Zelgli sei reibungslos verlaufen. Tatsächlich präsentiert sich das neue «Zuhause» für das Vieh grosszügig, mit viel Licht und frischer Luft. Rotweisse Absperrbänder signalisieren zwar, dass die Umgebungsarbeiten im Tiefbau noch nicht ganz abgeschlossen sind, doch bis Ende Monat sollte alles fertig sein. Das gilt auch für den schmucken Hofladen samt einer Kaffeestube, die im nächsten Sommer auf eine Terrasse mit einem traumhaften Blick auf Aarau und die Jurahänge ausgeweitet werden kann.

«Wir sind glücklich, der neue Stall präsentiert sich so schön wie aus einem Prospekt», schwärmt die Binzenhof-Bäuerin Susanne Knörr. Man sei während der rund zwölf Monate dauernden Bauzeit «stark gefordert gewesen und musste nicht dringend notwendige Arbeiten halt liegen lassen». Es war ein Glück, dass Sohn Kevin seine Rekrutenschule auf den kommenden Januar verschieben und in dieser schwierigen Phase kräftig mit anpacken konnte. Susanne Knörr ihrerseits kochte über längere Zeit auch das Mittagessen für die Arbeiter aus der Holzbranche, die sich am Familientisch sofort wohlfühlten. «Eigentlich hätte ich nach der anstrengenden Zeit eine Woche Ferien nötig», meint die Bäuerin schmunzelnd, «ich wäre aber schon mit zwei Tagen zufrieden». Immerhin kann sie künftig Gäste in einer neuen Küche, direkt neben dem Hofladen, verwöhnen. Wichtig sei aber, dass «wir nach all dem Trubel endlich wieder unserem Kerngeschäft, der Landwirtschaft, nachgehen können».

Das gilt natürlich auch für Peter Knörr, der gegen Ende der Bauarbeiten «etwas ungeduldig wurde». Er ist jetzt aber überzeugt, «dass sich die Betriebsabläufe in der neuen Umgebung rasch einspielen werden». Dafür sorgt auch eine topmoderne Infrastruktur mit viel Elektronik bei der Melk- und Futterstation. Und auch ein Mist-Roboter erleichtert die Arbeit im Stall. Selbstverständlich will das Pächter-Ehepaar die auf dem Binzenhof traditionelle «Stallvisite» wieder aufnehmen. Für die jederzeit willkommenen Besucherinnen und Besucher steht direkt über der Melkanlage eine spezielle Terrasse zur Verfügung, von der aus sich die gesamte Stallanlage beobachten lässt.

Drei Millionen von der Ortsbürgergemeinde

Die Eigentümerin des Pachtgutes, die Ortsbürgergemeinde Aarau, hat in das Werk gut drei Millionen Franken investiert. Sie schenkt damit «der gesamten Bevölkerung weiterhin ein grosses Stück an vielfältiger Landwirtschaft mit der Produktion von gesunden Nahrungsmitteln auf Stadtgebiet», betont Margrit Röthlisberger, Leiterin Liegenschaften bei der Ortsbürgergutsverwaltung. Wie bisher wird auf dem Binzenhof Milchwirtschaft und Ackerbau betrieben.

Bereits jetzt sei der «Gwunder» auf den neuen Milchviehstall gross, sowohl bei der Anwohnerschaft als auch bei Spaziergängern und Wanderern, stellt die Bauernfamilie mit Freude fest. Die Ortsbürgergemeinde Aarau lädt darüber hinaus alle Interessierten zu zwei «Tagen der offenen Stalltüren» ein, und zwar am Samstag, 28. Oktober, von 10 bis 17 Uhr und am Sonntag, 29. Oktober, von 11 bis 17 Uhr. Bis dann werden auch die fünf Pferde, die gegenwärtig noch im Schachen logieren, ihr neues Domizil auf der Ostseite des Neubaus bezogen haben. Nach einem Rundgang kann man sich in der Festwirtschaft verpflegen und die anhängliche Hofhündin Jabba begrüssen.

Aktuelle Nachrichten