Aarau
Ortsbürger besiegeln lukrative Vergabe von Aarenau-Baufeld

Eine St.Galler Firma bot die bestmögliche Offerte. Damit übernimmt sie das Baufeld 8 – und das gleich zu einem ansehnlichen Preis.

Hermann Rauber
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940 Franken pro Quadratmeter erhalten die Ortsbürger nun für das Baufeld 8, das sie im Baurecht abgeben. Ursprünglich hatten sie es der Einwohnergemeinde für 620 Franken pro Quadratmeter angeboten. Der Stadtrat winkte aber ab. Dies mit der Absicht, zuzuwarten, bis dereinst die «Filetstücke» am Aareufer zur Überbauung freigegeben werden.

940 Franken pro Quadratmeter erhalten die Ortsbürger nun für das Baufeld 8, das sie im Baurecht abgeben. Ursprünglich hatten sie es der Einwohnergemeinde für 620 Franken pro Quadratmeter angeboten. Der Stadtrat winkte aber ab. Dies mit der Absicht, zuzuwarten, bis dereinst die «Filetstücke» am Aareufer zur Überbauung freigegeben werden.

Ueli Wild

Die Aarauer Ortsbürger haben mit grossem Mehr einem Baurechtsvertrag für das Feld 8 in der Aarenau zugestimmt und damit eine weitere Etappe für die Quartierentwicklung im hinteren Scheibenschachen eingeläutet. Die Winter-Gmeind folgte damit dem Antrag des Stadtrates und sanktionierte den Zuschlag für die Überbauung der Parzelle an die Fortimo Invest AG, die ihren Sitz in St. Gallen hat. Diese will ihr Vorhaben bis spätestens im Jahr 2020 realisieren.

«Bestmöglichste» Offerte

Der Stadtrat wickelte den Landhandel über ein Bieterverfahren ab und erreichte für das Baufeld 8 ganz im Nordosten der Aarenau den kaum erwarteten Basislandwert von 940 Franken pro Quadratmeter. Sehr zur Freude der ortsbürgerlichen Finanzkommission, taxierte doch deren Sprecher Peter Eisenring die obsiegende Offerte trotz einer nicht optimalen Lage des Landes als die «bestmögliche».

Zudem habe sich die Ortsbürgergemeinde im Vertrag für die kommende Überbauung «weitere Vorteile gesichert». Das sah auch die grosse Mehrheit der 241 anwesenden Stimmberechtigten so und sprach sich mit 228 Ja gegen 5 Nein bei 8 Enthaltungen für das Baurecht an den Investor aus der Ostschweiz aus.

Kritik am Stadtrat

Ganz ohne Nebengeräusche ging das Geschäft nicht über die Bühne. Die Einwohnerräte Ulrich Fischer (Pro Aarau) und Nicola Müller (SP) rügten den Stadtrat, der in dieser Sache einseitig die Interessen der Ortsbürgergemeinde vertreten habe.

Denn die Einwohnergemeinde hatte – wenn auch reichlich spät – mit einem Vorstoss im Stadtparlament ebenfalls Ambitionen für eine Investition in der Aarenau angemeldet. Stadtpräsidentin Jolanda Urech wies die Kritik zurück. Die «Doppel-Exekutive» habe ihre beiden Hüte immer klar getrennt, man habe die Spielregeln im damals laufenden Bieterverfahren nicht kurzfristig ändern wollen und deshalb im Falle des Baufeldes 8 auf ein Engagement der Einwohnergemeinde verzichtet. Dies liege in der Kompetenz des Stadtrates und müsse vor dem Einwohnerrat nicht weiter begründet werden.

Nicola Müller gab sich damit nicht zufrieden und stellte das Begehren, bei Entscheiden über den Verkauf oder die Abgabe von weiteren Aarenau-Parzellen im Baurecht künftig «die Einwohnergemeinde als mögliche Partnerin bevorzugt zu behandeln».

Dieser «Grundsatz»-Entscheid solle auf die Traktandenliste der nächsten Sommer-Gmeind gesetzt werden. Doch die Versammlung zeigte wenig Lust, zum Spielplatz von Kompetenzstreitigkeiten zwischen Einwohnerrat und Stadtrat zu werden und lehnte den Antrag Müller mit 155 Nein gegen 60 Ja und einigen Enthaltungen deutlich ab.

Budget problemlos genehmigt

Ohne Wortmeldungen und praktisch einstimmig genehmigt wurde auch das Budget 2017 der Ortsbürgergemeinde, das ein kleines Defizit von 1500 Franken vorsieht. Im Anschluss gab im Rahmen des Kulturengagements der Ortsbürger Nadine Schneider als Leiterin einen spannenden Einblick in die Tätigkeit des Forums Schlossplatz, ehe sich die Versammlungsteilnehmer mit einem Exemplar der druckfrischen Aarauer Neujahrsblätter bedienen und zum gewohnten Apero im Foyer des Kultur- und Kongresshauses übergehen durften.

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