Beim Aarauer Bahnhof kam es am Donnerstagabend gegen 23 Uhr zu einem tödlichen Unfall. Zwei Männer, im Alter von 18 und 21 Jahren, kletterten über einen Zaun und rannten auf die Gleise. Dabei wurden sie von einem durchfahrendem Güterzug erfasst und getötet. Der Zugverkehr musste bis kurz vor 2 Uhr morgens eingestellt werden.

Laut Bernhard Graser, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei, handelte es sich bei den Männern um zwei vorläufig aufgenommene Afghanen aus dem Bezirk Baden und dem Fricktal. Ob sie in Asylunterkünften oder Sozialwohnungen lebten, kann Graser nicht sagen. 

Donnerstagnacht hielten sie sich, zusammen mit Landsleuten, beim Mediapark-Gebäude auf. «Dann entbrannte ein Streit zwischen den beiden», so Graser. Der Inhalt der Auseinandersetzung ist unklar, die Kantonspolizei führt noch Befragungen durch. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau eröffnete eine Untersuchung.  

«Alkoholisierte Auskunftspersonen»

Bei den beiden Opfern, wie auch bei den anderen Anwesenden, wurden Urin- und Blutproben angeordnet. Fest steht: «Einige der Auskunftspersonen waren alkoholisiert», so Graser. «Das ist nicht ungewöhnlich.»

Der Aarauer Bahnhof sei seit langen Jahren ein beliebter Treffpunkt von Asylbewerbern, Ausländern oder Randständigen, sagt Graser. «Im Bahnhof und Umgebung finden sie freien WLAN-Zugang, Schutz vor Wind und Wetter oder Einkaufsmöglichkeiten.» Am Bahnhof würden sich viele Menschen mit verschiedenen Nationalitäten und Hintergründen aufhalten, nicht selten werde Alkohol konsumiert. «Das erhöht das Potenzial für Konflikte und Unfälle.»

Kein Zusammenhang zu Weichenstörung

Der Zugverkehr durch den Bahnhof Aarau musste für die polizeiliche Tatbestandsaufnahme und die Bergungsarbeiten bis weit in die Nacht eingestellt werden.

Am frühen Freitagmorgen beeinträchtigte eine Weichenstörung im Bahnhof Aarau den Zugverkehr zwischen Olten und Zürich. Gemäss eines SBB-Mediensprechers besteht kein Zusammenhang zum tödlichen Unfall. Die eigentliche technische Störung habe sich im Stellwerk ereignet und sich auf die Weichen ausgewirkt. (ngü/mwa)

Die Polizeibilder vom Juni: