Aarau
Wird die alte Tribüne der Pferderennbahn abgebrochen?

Der Zahn der Zeit nagt an der vor 70 Jahren gebauten Tribüne der Pferderennbahn. Der Aargauische Rennverein steht vor einem wichtigen Grundsatzentscheid.

Hermann Rauber
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Muss saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden: die Tribüne auf der schönsten Rennbahn der Schweiz.

Muss saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden: die Tribüne auf der schönsten Rennbahn der Schweiz.

roland jaus

Die Tribüne im Reiterstadion Schachen ist in die Jahre gekommen. Mittelfristig stellt sich für den Aargauischen Rennverein die Gretchenfrage: Sanierung oder Neubau? Die Analyse von Architekt Andreas Marti vor der Generalversammlung des Aargauischen Rennvereins (ARV) fiel nüchtern aus: Die Tribüne auf der Pferderennbahn ist in der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und 1947 in Betrieb genommen worden. Die gesamte Anlage wurde zwar 1995/96 umfassend überholt, doch der Zahn der Zeit nagt an der Betonkonstruktion.

Um jede Gefahr auszuschliessen, wird die Tribüne regelmässig durch Experten inspiziert. Doch mittelfristig muss sich der Rennverein entscheiden, ob er eine neuerliche Sanierung oder einen Ersatzbau vorziehen will. Zur vertieften Abklärung möchte der ARV-Vorstand eine Baukommission einsetzen, die vom Ehrenpräsidenten Beat Ries geführt werden soll. «In einem Jahr», so Marti, «wissen wir mehr».

Eine Baustelle weniger

Mindestens eine andere «Baustelle» ist der Rennverein definitiv los: Finanzchef Charly Säuberli konnte zum dritten Mal in Folge eine erfreuliche Erfolgsrechnung präsentieren, die mit einem Überschuss von 7280 Franken abschliesst. In der Bilanz legt das Eigenkapital erneut zu, während die Schulden sinken, nicht zuletzt dank steigenden Erträgen aus der Fremdvermietung der Rennbahn (knapp 190 000 Franken). Die vier Renntage im Schachen werfen im Vergleich «nur» rund 91 000 Franken Gewinn ab.

25'500 Besucher letztes Jahr

Zufrieden mit der letztjährigen Saison zeigte sich auch ARV-Präsident Bruno Vogel, besuchten doch 25 500 Zuschauer die Traber- und Galopper-Events im Reiterstadion und generierten einen Wettumsatz von 330 000 Franken. Einen besonderen Dank richtete Vogel an den «Rennbahn-Telefönler» Otto Matter, der nach mehr als 50 Jahren als freiwilliger Helfer kürzer tritt und die verdiente Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen durfte.

Stadtpräsidentin Jolanda Urech bekannte, dass «Aarau stolz ist auf die schönste Rennbahn der Schweiz», die durch ihr spezielles Ambiente an den Turf-Sonntagen «jeweils ein bunt gemischtes Publikum aus allen Altersklassen und sozialen Schichten vereinigt und zusammenführt».

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