Kriminalität

Aargau ist ein heisses Pflaster für Gesetzesbrecher

Schlafzimmerräuber überraschen Ehepaar im Schlaf

Schlafzimmerräuber überraschen Ehepaar im Schlaf

Im Winterhalbjahr ist Hochsaison für Einbrecher, die sich die frühe Dämmerung zunutze machen. Im Aargau müssen sie aufpassen. Wie die bisherigen Festnahmen im laufenden Jahr zeigen, ist die Polizei mächtig auf Draht.

Nach einem Artikel über die zunehmende Gewalt gegen Polizisten haben sich mehrere Leserbriefschreiber in den vergangenen Wochen über die ihrer Meinung nach zu vielen Verkehrskontrollen ausgelassen. Die Polizei, schrieb ein Leser sinngemäss, solle sich mehr auf die Verbrechjagd konzentrieren, statt auf der Strasse und in den Quartieren aufrechten Bürgern nachzustellen.

Es liegt in der Natur der Sache und ist gewollt, dass in den Kontrollen, die von Kantonspolizei und Regionalpolizeien regelmässig durchgeführt werden, auch «brave» Bürger hängen bleiben, wenn sie zu schnell oder mit zu viel Alkohol im Blut gefahren sind oder ihr Fahrzeug grobe Mängel aufweist.

Der Polizei kann allerdings kaum vorgeworfen werden, dass sie nicht auch Einbrechern und anderen lichtscheuem Gestalten die nötige Aufmerksamkeit widmet.

Zwei Verhaftungen pro Woche

Seit Jahresbeginn sind im Aargau über 70 mutmassliche Einbrecherinnen und Einbrecher, Entreiss- oder Ladendiebe sowie Kriminaltouristen im flagranti ertappt oder bei Verkehrs- und Routinekontrollen festgenommen werden.

Bei den rund sechs Dutzend Festnahmen, welche der Mediendienst der Kantonspolizei seit Januar in seinen Bulletins öffentlich gemacht hat, handelt es sich überwiegend um unplanmässige Aktionen. Sie sind entweder aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung erfolgt oder haben sich im Verlaufe der Kontrolltätigkeit auf Patrouillengängen ergeben. Dazu kommen verschiedene weitere Verhaftungen, die nach längeren Ermittlungsverfahren erfolgt und nicht immer publiziert worden sind.

Mediensprecher Bernhard Graser ist von der hohen Zahl der Festnahmen selber überrascht: «Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele sind», erklärt er und sagt: «Das zeigt eindrücklich, wie wichtig unsere regelmässigen Kontrollen sind, und es belegt auch, worauf wir unser Augenmerk bei unserer Patrouillentätigkeit primär richten.»

Die Polizei wolle auf ihren Kontrollgängen nicht unbescholtene Bürger schikanieren, sie wolle Gesetzesverstösse ahnden und Verbrechen bekämpfen und aufklären.

Aufwändig und gefährlich

Mit den Verhaftungen, die vielfach nachts erfolgten, ist laut Graser nicht nur ein sehr hoher Aufwand verbunden. Nicht selten seien solche Aktionen auch gefährlich: «Die Verbrecher laufen unseren Leuten nicht in die offenen Arme und gehen auf der Flucht meist ein hohes Risiko ein.»

Erfolge könne die Polizei nur vorweisen, wenn sie taktisch richtig vorgehe und das eigene Risiko minimiere. Neben einer guten Nase und dem richtigen taktischen Gespür, sagt der Mediensprecher weiter, brauche aber auch die Polizei zum Erfolg gelegentlich ein bisschen Glück.

Allein im Monat Oktober sind der Kantonspolizei bisher übrigens 13 Einbrecher, Kriminaltouristen und Räuber ins Netz gegangen. In Siggenthal wurden am 2. Oktober zwei flüchtende Moldawier gestellt, in Zofingen am 11. Oktober ein Algerier nach einem Einbruch verhaftet, in Schöftland am 13. Oktober drei mutmassliche rumänische Kriminaltouristen angehalten, in Oberentfelden einen Tag später eine Slowakin nach einem Wohnungseinbruch verhaftet, in Seon am 22. Oktober ein Schweizer als Kioskräuber gefasst, in Lupfig am 23. Oktober ein Marokkaner und ein Palästinenser in flagranti bei einem Einbruch erwischt und am 24. Oktober in Möhlin drei rumänische Kriminaltouristen dingfest gemacht.

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