Energiewende

Aargauer Bauern setzen nun auf Ökostrom vom Scheunendach

Die Energiewende hat der Bundesrat beschlossen. Nun wollen Aargauer Landwirte den Entscheid umsetzen. Sie investieren massiv in Solaranlagen - im Wissen, dass dies hohe Investitionskosten nach sich zieht.

«Die Landwirtschaft muss innovativ sein.» Diese Forderung wird in Zeiten der Globalisierung immer wieder erhoben. Die Landwirtschaft ist innovativ. Das stellt sie tagtäglich unter Beweis. Spezielle Nischenkulturen und -produkte – vom Anbau von Gewürz- oder Medizinalpflanzen bis hin zum Schlafen im Stroh – sind der schlagende Beweis. Jetzt scheinen die Aargauer Landwirte die Solarstromproduktion als Diversifikationsmöglichkeit entdeckt zu haben.

«Ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit diesem Thema», sagt Landwirt Hans Amsler vom Söhrenhof in Bözen. «Ich plane den Neubau einer Remise. Da scheint es mir sinnvoll zu sein, die Dachflächen für die Produktion von Solarstrom zu nutzen.» Möglich wäre auf der geplanten Remise eine Photovoltaikanlage mit rund 500 Quadratmeter Solarpanels und einer Peakleistung zwischen 30 und 70 kWh.

Investitionen sind erheblich

Die Investitionskosten für eine Photovoltaikanlage dieser Grössenordnung sind allerdings erheblich. Gestützt auf die Verordnung des Bundes über die Strukturverbesserungen in der Landwirtschaft können aber auch Photovoltaikanlagen durch Investitionskredite der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kredit- und Bürgschaftskasse (ALK) für die Diversifizierung der Tätigkeit im landwirtschaftlichen und landwirtschaftsnahen Bereich mitfinanziert werden.

«Im Laufe dieses Jahres sind bereits zwischen 25 und 30 Gesuche von Landwirten um Investitionskredite für Photovoltaikanlagen eingegangen», erklärt Markus Gfeller, der Geschäftsführer der ALK, auf Anfrage dieser Zeitung. «Wir erwarten zudem weitere Gesuche. In diesen Tagen wird der Vorstand über sieben Anträge entscheiden.»

Laufzeiten bis zu 15 Jahren

In der Strukturverbesserungsverordnung wird zwar die Solarstromproduktion nicht explizit erwähnt. In den Weisungen und Erläuterungen zu dieser Verordnung wird aber festgehalten, dass auch «Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie» unter die so genannten einzelbetrieblichen Massnahmen fallen, die in den Genuss von Investitionshilfen kommen können.

Gemäss der Verordnung über die Strukturverbesserung sind diese Investitionshilfen auf höchstens 200000 Franken begrenzt. Die Kredite, die aus Bundesmitteln finanziert und durch die ALK vergeben werden, sind zinsfrei. Die Laufzeiten bewegen sich zwischen 10 und 15 Jahren. Damit aber überhaupt Gelder fliessen, müssen die Landwirtschaftsbetriebe der Gesuchsteller eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen.

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