Hilfswerk

Aargauer Grossrat half Haiti mit einer Million

Vor einem Jahr zerstörte ein Erdbeben Haiti. Heute sieht vieles noch gleich aus. Der Aargauer Grossrat Samuel Schmid trägt mit seinem Hilfswerk aber zur Linderung der grössten Not bei. Über 1 Million Franken sind dank Schmid nach Haiti geflossen.

«Wenn man heute durch Port au Prince läuft, sieht vieles noch gleich aus wie wenige Tage nach dem Erdbeben», sagt Samuel Schmid. Der Aargauer Grossrat leitet das Hilfswerk Freundes-Dienst International, das seit 1961 in Haiti tätig ist.

Wo sind die Hilfs-Milliarden?

Die Notunterkünfte seien heute vielleicht etwas stabiler, aber eben noch immer Notunterkünfte. Nicht nur Schmid fragt sich, wohin die vielen Hilfs-Milliarden, die seit dem verheerenden Beben vor einem Jahr nach Haiti gingen, geflossen sind.

Das politische Chaos und die hoch korrupte Regierung würden vieles verunmöglichen. Zusätzlich gebeutelt werde das Land durch die Cholera, die heute im ganzen Land wütet.

«Ermutigende Signale»

Schmid will allerdings nicht nur schwarz malen. Es gäbe auch ermutigende Signale, meint er im Gespräch mit «az». Der Einsatz von Hilfsorganisationen trägt laut Schmid im Kleinen Früchte. Da findet einer eine Arbeit, wird ein anderer gesund. «Das sind Tropfen auf den heissen Stein. Im Volk ist aber Hoffnung durchaus vorhanden.»

Das gilt auch für Schmids Tätigkeit. Sein Hilfswerk, das mit 80 Angestellten und 200 ehrenamtlichen Mitarbeitern in Haiti vertreten ist, ist seit dem Erdbeben nicht untätig geblieben. Drei Container mit 80 Tonnen Gütern wurden bereits nach Haiti geschickt. Ein vierter Container wird in diesen Tagen vorbereitet. Sein Inhalt: Schulbänke, Schaufeln und Geniematerial der Armee, alles gespendet.

Bis zu 5000 Flüchtlinge betreut

Das Hilfswerk hat im Landesinnern, in der Nähe von Port-au-Ciel, Vorarbeiten für den Bau eines Kinderdorfs begonnen. Im nächsten Monate soll der Spatenstich erfolgen. Das Dorf, das für 100 bis 150 Waisenkinder Platz bieten wird, soll noch dieses Jahr seinen Betrieb aufnehmen. Gleiches gilt für ein medizinisches Ambulatorium am selben Ort. Dessen Bau hat sich laut Schmid durch das Erdbeben verzögert. Seine Leute vor Ort waren absorbiert mit der Betreuung von Flüchtlingen. Bis zu 5000 Haitianer und Haitianerinnen hätten sie phasenweise versorgt. «Die Leute sind ins Landesinnere geflohen und da war ausser uns niemand», so Schmid

In der Hauptstadt Port au Prince wurde die Nothilfe ausgedehnt. An 12 Standorten ist Freundes-Dienst International inzwischen aktiv.

Grosse Solidarität

Gefreut hat sich Schmid über die Spendenfreude und die grosse Solidarität, die er in den letzten zwölf Monaten erlebet hat und zwar überall: In der Schweiz, in seinem Heimatkanton Aargau, aber auch in den angrenzenden Ländern, wo das Hilfswerk vertreten ist.

Einzelspenden, Firmenspenden, Vergaben: Alles in allem sind rund eine Million Franken zu Schmids Hilfswerk geflossen. «Spenden für Haiti sind auch heute noch nötig», macht er klar. (rsn)

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