Advent, Advent, ein Lichtermeer brennt

Max Mahrer lässt sein Möhliner Bauernhaus weihnachtlich erstrahlen – mit 300 Metern an farbigen Schläuchen und Tausenden Lämpchen.

Dennis Kalt
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«Merry Christmas» wünscht Max Mahrer denjenigen, die seine bunte Weihnachtsschau an der Fassade seines Bauernhauses in Möhlin bewundern. Mit dem Schaltpult steuert Max Mahrer die Sujets der Beleuchtung.
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«Merry Christmas» wünscht Max Mahrer denjenigen, die seine bunte Weihnachtsschau an der Fassade seines Bauernhauses in Möhlin bewundern. Mit dem Schaltpult steuert Max Mahrer die Sujets der Beleuchtung.

«Merry Christmas» wünscht Max Mahrer denjenigen, die seine bunte Weihnachtsschau an der Fassade seines Bauernhauses in Möhlin bewundern. Mit dem Schaltpult steuert Max Mahrer die Sujets der Beleuchtung.

Bilder: Dennis Kalt

Für den Reim «Advent, Advent, ein Lichtlein brennt», hat Max Mahrer nur ein Schmunzeln übrig. An der Hecke seines Bauernhauses an der Landstrasse in Möhlin sind es nämlich deren Tausende, die der 85-Jährige am 29. November, dem 1. Advent, entzündet hat.

Doch die Lichtlein sind nur Beiwerk. Denn ins Auge stechen die rund 300 Meter an leuchtenden Schläuchen an der Fassade des Bauernhauses. Diese hat Mahrer etwa zu Tannenbäumen, Rentieren, glockenläutenden Engeln oder einem Weihnachtsmann im Schlitten geformt – kurzum: Er zaubert an die Fassade eine bunte Weihnachtsschau, die im Fricktal ihresgleichen sucht und noch bis zum Dreikönigstag täglich zwischen 16.45 und 22.30 Uhr zu bestaunen ist.

1994 war es, als Mahrer das Bauernhaus erstmals weihnachtlich beleuchtete. Von Jahr zu Jahr schraubte er die Anforderungen an die winterlichen Motive höher. Damit seine Rentiere möglichst naturgetreu über die beleuchtete Hauswand huschen, beobachtete er denn etwa auch in einem Hirschgehege stundenlang den genauen Bewegungsablauf der Wildtiere.

Das Lob motiviert ihn, weiter zu tüfteln

«Über all die Jahre sind viele Leute und Familien mit Kindern gekommen, um die Wand zu bestaunen und mir ein Lob auszusprechen», erzählt Mahrer. Dies habe ihn motiviert, immer weiter an seiner Beleuchtung zu tüfteln. Zudem sei er ein von Natur aus ehrgeiziger Mensch, «daher ist es für mich schwierig, mich mit einer simplen Beleuchtung zufriedenzugeben».

Das Besondere an der Beleuchtung ist, dass sich die einzelnen Sujets aufbauen, eine Minute stehen bleiben – wenn die Schau komplett ist – und sich danach wieder abbauen. Um die Schau dynamischer zu gestalten, bewegen sich etwa auch die Beine des Rentiers, das den Schlitten zieht. «Zu Neujahr werde ich ein Sektglas, das sich füllt, an die Fassade hängen; dazu den Spruch ‹Prosit 21›», sagt Mahrer.

Das Herz der Weihnachtsbilderschau ist das grosse Schaltpult in der Scheune, wo es tickt und rasselt, sobald sich ein Sujet auf- oder abbaut. Über die 16 Zeitschaltrelais zu 24 Volt wird der Ablauf der Schau gesteuert. Mit der Relaistechnik ist Mahrer durch die Flugzeuge, mit denen er 17 Jahre als Privatpilot geflogen ist, vertraut. «Die Schaltpläne zu kreieren, ist für mich das Schönste», sagt er, «ich bin ein Tüftler und ein Pröbler», schiebt er mit einem Augenzwinkern nach. Wenn alle Sujets leuchten, beträgt der Stromverbrauch rund 2000 Watt. «Mit dieser Menge Strom können etwa zwei Staubsauger betrieben werden», rechnet er vor.

Ein Bauer hilft ihm mit der Hebebühne aus

In den 1990er-Jahren, als Mahrer noch weniger und leichtere Sujets hatte, montierte er diese auf einer Leiter stehend selbst an die Wand. Doch seit einigen Jahren hilft ihm ein Bauer aus Möhlin mit einer Hebebühne aus. «Ohne diese würde ich es wohl nicht mehr schaffen», sagt er. Und: «Meine Frau hat mir mit der Zeit verboten, auf die Leiter zu steigen.»

Wie lang er seine Fassade noch erleuchten lässt, weiss er nicht, sieht er ab in die funkelnden Kinderaugen vor seinem Haus, weiss er: «So lange wie ich kann.»