Die Privaten, das ist die Ukurba, eine Vereinigung von gegenwärtig 15 Unternehmern, die seit Jahrzehnten die lokale Kulturszene unterstützen. Statt da und dort auf Gesuche zu reagieren, beschloss die Ukurba 2018, etwas Grosses, einen Coup zu ermöglichen, und schrieb 100'000 Franken in einem offenen Wettbewerb aus. 

Über 20 Projekte wurden eingereicht, einige wurden zur Weiterbearbeitung und Präsentation eingeladen. Am Montag beurteilte die kulturell breit aufgestellte, achtköpfige Jury die Eingaben und «wurde schliesslich von keinem der präsentierten Projekte überzeugt».

Warum? Das wollten wir von Walter Küng wissen. Der Badener Theatermann und Kulturaktivist agiert als Berater von Ukurba. «Schlecht waren die Projekte nicht, aber keines überzeugte durch künstlerische Einmaligkeit.» Vorgestellt habe man sich eine Aktion, bei der man die Augen aufreisse. Oder wie es in der Ausschreibung hiess: «Das UKURBA Kulturprojekt soll anregend sein und nachhaltige Seh-, Hör- und Denkerlebnisse schaffen.» Küngs Bilanz: «Die Projekte hatten zu wenig Biss, zu wenig künstlerische Risikobereitschaft. Sie waren entweder zu gewöhnlich – oder man traute ihnen die Kraft nicht zu, das zu vermitteln, was sie anstrebten.» Man bedaure den Ausgang. Ob die Ausschreibung zu wenig breit gestreut, das Vorgehen des offenen Wettbewerbs der falsche Weg war, lässt Küng offen.

Nicht abgeschrieben

Das Scheitern gibt über Baden und das Projekt hinaus zu denken. Die unkonventionelle Initiative der Ukurba erregte Aufsehen. Sie wurde am Aargauer Kulturforum kürzlich gar als nachahmenswertes Engagement vorgestellt. Als einen möglichen Weg, um mehr private Gelder für die Kultur zu generieren.

Muss man die Initiative nun abschreiben? «Nein», betont Küng. In der Medienmitteilung heisst es: «Ukurba ist gewillt, weiterhin akzentuierte Beiträge zum kulturellen Leben in Baden zu setzen.» Küng erklärt, man nehme nächstes Jahr einen neuen Anlauf, wohl mit einem neuen Prozedere.