«Es war kein dummer Deal», sagt Markus Schneider, Stadtammann-Kandidat der CVP. Es sei richtig gewesen, eine Abmachung mit der FDP zu treffen. Der Deal, von dem Schneider spricht, sorgt in Baden im Kampf um das Amt des Stadtammanns derzeit für Diskussionen. Mit einem Handschlag hatten sich die bürgerlichen Kandidaten Roger Huber (FDP) und Markus Schneider (CVP) im letzten Dezember darauf geeinigt, dass auf den 2. Wahlgang verzichtet, wer im 1. Wahlgang weniger Stimmen erhält – dies, falls Geri Müller wieder antritt. So wollen die bürgerlichen Kandidaten verhindern, dass der grüne Kandidat und amtierende Vizeammann Geri Müller zum Stadtammann gewählt wird.

In der TV-Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 äusserten sich die drei Politiker nun zu dieser Abmachung. Schneider bestätigte: «Ich werde diesen Deal einhalten.» Er zeigte sich aber enttäuscht davon, dass die Abmachung an die Öffentlichkeit gelangte. «Das war ein vertraulicher Deal. Es wäre die Aufgabe von mir oder Roger Huber gewesen, ihn zu kommunizieren, und niemandem vom Wahlteam.» Matthias Bernhard, Präsident der FDP Baden, hatte der Aargauer Zeitung von der Vereinbarung erzählt.

«Ich kann den Groll verstehen»

«Ich kann den Groll von Markus Schneider nachvollziehen», sagte Roger Huber (FDP). In der Medienmitteilung, welche die FDP am Montagabend verschickt habe, sei nichts von dieser persönlichen Abmachung gestanden. «Anscheinend ist diese Information durchgesickert. Entscheidend ist, dass die CVP bestätigt hat, dass diese Abmachung besteht und sie diese einhalten will.»

Geri Müller lässt sich Zeit

Baden wartet nun auf den Entscheid von Geri Müller. Wird er zum zweiten Wahlgang antreten? Dann käme es zum Duell mit Roger Huber. Der grüne Nationalrat und Kandidat des team baden liess sich in der TV-Sendung nicht in die Karten blicken. «Wir haben keinen Stress und noch Zeit bis zum Mittwoch in einer Woche. Wir werden die Situation genau analysieren.»

Auch Müller äusserte sich zum Abkommen der bürgerlichen Kandidaten. Er fände es wichtig, dass die Badener Bevölkerung zwischen drei Kandidaten auswählen könne. Die Differenzen im ersten Wahlgang seien gering gewesen. Er fände es schade, wenn sich ein Kandidat wegen eines Abkommens zurückziehen müsste.

«Grundsätzlich muss man in diesem Amt fähig sein, mit dieser Regierung zu regieren, die das Volk wählt. Glücklicherweise haben wir in Baden eine sehr gute Politkultur über die Parteien hinweg», antwortete Huber auf die Frage von Moderator Werner De Schepper, wie er mit einer rot-grünen Mehrheit im Stadtrat umgehen würde. «Ich bin der Meinung, dass man im Stadtrat die Parteipolitik zurückschrauben muss, weil es um das Wohl der Stadt und der Bürger geht», sagt Markus Schneider. Geri Müller erklärte, eine Differenz zu machen zwischen rot-grün und bürgerlich, sei ein Artefakt.