In diesen Tagen ist das Google-Streetview-Auto in Baden und Rheinfelden unterwegs. Die az wollte mitfahren, erhielt vom Internet-Riesen aber einen Korb. Vermutlich hat es keinen Platz zwischen all den Kameras und Sensoren.

Wann, wo genau und für wie lange das Hightech-Auto unterwegs ist, möchte Google auch nicht verraten, «da dieses unter anderem von äusseren Einflüssen abhängt», wie ein Pressesprecher mitteilt. Auf der Website steht sogar, was das bedeutet: Man achte beispielsweise auf das Wetter und auf die Bevölkerungsdichte, «denn natürlich ist uns daran gelegen, die besten Bilder aufzunehmen». Was ein gutes Bild mit der Bevölkerungsdichte zu tun hat, darüber darf spekuliert werden.

Bis jetzt fast nur Autobahn

Dafür ist auf einer Karte eingezeichnet, wo Streetview schon verfügbar ist. Heisst also, wo im Aargau – laut Google – die besten Orte sind, um gute Bilder zu schiessen. Das sind Autobahnen, der Raum Baden/Wettingen bis Spreitenbach und die Strasse von Rudolfstetten über Berikon bis nach Oberlunkhofen.

Eigentlich hat Google angekündigt, am 10. Juli die Fotos aufzuschalten, die vor gut einem Jahr in 68 Aargauer Gemeinden gemacht wurden. Diese sind noch nicht verfügbar. «Da wir die bestmöglichen Panoramabilder von Berg und Tal der ganzen Schweiz zeigen möchten, arbeiten wir momentan noch am Feinschliff dieser Bilder und sind zuversichtlich, diese bald aufschalten zu können», schreibt Google.

Die Fotos, die momentan aufgenommen werden, sind voraussichtlich in sechs bis zwölf Monaten verfügbar. Zuerst müssen sie auf ihre Qualität überprüft und zusammengesetzt werden.

Wandern mit Google

Streetview-technisch ist die Schweiz noch recht unberührt. Zumindest wenn man es mit den USA vergleicht: Da kann man sich durch die Fusspfade des Grand Canyons klicken, virtuell durch das Weisse Haus spazieren oder Gebäudepläne vom Madison Square Garden abrufen.

Auch in der Schweiz wird das Angebot aber laufend ausgebaut: Erste Wanderwege werden anlässlich des gemeinsamen Projekts von Google Schweiz, dem SAC und Schweiz Tourismus noch diesen Sommer mit dem Street View Trekker aufgenommen. Der Trekker ist ein Rucksack mit einem Gerüst, auf dem Kameras aufgebaut sind.

Google hat für jedes Gelände die passende Ausrüstung: Für Gassen, die zu schmal sind für ein Auto, kommt das Trike zum Einsatz, eine Mischung zwischen Velo und Harley Davidson. Der Street View-Wagen, ein Kameraturm auf Rädern, den man von Hand stossen kann, wird beispielsweise für virtuelle Rundgänge durch Museen eingesetzt. Und Schneemobile erkunden Pisten.

Virtuelles Fitnessstudio

Für kleine und mittelständische Unternehmen bietet Google auch den Service, eine 360-Grad-Innenansicht von einem zertifizierten Fotografen ablichten zu lassen. So bekommt die Internetgemeinschaft einen Einblick in das Fitnessstudio oder das Restaurant. Vielleicht wird dieser Service ja irgendwann auch für Privatpersonen verfügbar sein. Wäre doch schön, wenn man in jedes Haus Einblick erhalten würde – Google World View, sozusagen.