Frau Schindler, das 14. Fantoche-Festival ist vorbei. Die Besucherzahlen liegen unter dem Vorjahreswert.

Annette Schindler: Das rührt daher, dass wir zum 20-Jahr-Jubiläum im 2015 ein grösseres Langfilm-Programm angeboten haben. Wir sind sehr zufrieden mit den knapp 24 000 Besuchern.

Über 250 Künstler sind nach Baden gereist – so viele wie noch nie. Welche Begegnung ist Ihnen dabei am meisten geblieben?

Eine interessante Persönlichkeit ist beispielsweise Geoffrey Lillemon, der in der Jury sass. Er bewegt sich zwischen bildender Kunst, Performance und Animation. Seine Erscheinung ist fast so exzentrisch wie sein Kunststil, da steckt viel Tiefe und Komplexität dahinter.

Welches war Ihr persönliches Highlight im diesjährigen Programm?

Das Bagno Popolare, ein Freibad mit frischem Badener Thermalwasser im Bäderquartier. Dort trafen sich alle: die älteren Semester, Familien mit Kleinkinder, die etabliertesten Filmemacher und der normale Bürger.

Ein fröhliches Gruppenbild zum Abschluss mit den Helferinnen und Helfern sowie den anwesenden Gewinnerinnen und Gewinnern am Fantoche 2016.fOTOS: Luis Hartl

Ein fröhliches Gruppenbild zum Abschluss mit den Helferinnen und Helfern sowie den anwesenden Gewinnerinnen und Gewinnern am Fantoche 2016.fOTOS: Luis Hartl

Und haben Sie selber auch ein Bad genossen?

Natürlich! Es war so ungewöhnlich und wohltuend. Die Filme haben den Geist, und das warme Wasser hat den Körper verwöhnt.

Das hinterlässt einen durchaus harmonischen Eindruck. Ist während des Fantoches gar nichts schiefgelaufen?

Nichts, das für das Publikum sichtbar gewesen wäre. Hinter den Kulissen haben wir aber einige panische Momente erlebt. Es gab technische Pannen, verlorene Hotelbuchungen oder freiwillige Helfer, die ausgefallen sind. Wir mussten improvisieren, aber das Team ist inzwischen geübt und konnte die Probleme lösen.

Das klingt nach einem eingespielten Team.

Richtig. Das Fantoche steht auf stärkeren Beinen denn je. Mittlerweile sind wir keine Neulinge mehr und kennen uns aus. Wir machen nicht nur unseren Job, wir optimieren ständig.

Baden wird zum Animationsfilm-Mekka

Baden wird zum Animationsfilm-Mekka (8.9.2016)

In Baden öffnete zum 14. Mal das Animationsfilm-Festival "Fantoche" seine Tore. Über 370 Filme werden gezeigt.

Der Kanton kürzte seine Beiträge letztes Jahr um 50 000 Franken. Hat sich das beim aktuellen Fantoche-Festival negativ ausgewirkt?

Glücklicherweise konnten wir diesen Ausfall mit dem Resultat des letzten Jahres und einem Beitrag des Swisslos-Fonds ausgleichen. Das sind aber alles nur vorübergehende Pflaster, wir haben noch keine langfristige Lösung. Das beeinträchtigt unsere langfristige Planung.

Denken Sie denn bereits an die nächste Ausgabe?

Zuerst muss ich Wäsche waschen, dazu fehlte mir in der letzten Woche die Zeit. Als Nächstes folgt die Auswertung des Festivals. Das ist ein sehr spannender Prozess. Es ist wichtig, seine positiven und negativen Erfahrungen sofort zu besprechen und viele Feedbacks auch von Aussenstehenden einzuholen. Mit der Programmerstellung für das Fantoche 2017 beginnen wir aber schon bald.

Mit Animation und viel Humor: Szenen der Festival-Eröffnung.

Mit Animation und viel Humor: Szenen der Festival-Eröffnung. (7.9.2016)